Ziellose Gedanken
Der Roman „Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz beginnt mit einer scheinbar beiläufigen Situation: Nach einem Kinoabend fährt eine Frau mit ihrem alten Golf nach Hause. Doch sie verpasst die Abfahrt, dann die nächste, und schließlich fährt sie einfach weiter. Die Straßen sind leer, die Ampeln springen auf Grün, ein Wenden scheint kaum möglich. Während die nächtlichen Kilometer an ihr vorbeiziehen und ihr Handy ohne Akku bleibt, entfernt sie sich immer weiter von ihrem Zuhause – und beginnt zugleich, ihr eigenes Leben genauer zu betrachten.
Die äußere Handlung bleibt bewusst reduziert. Stattdessen rücken die Gedanken der namenlosen Protagonistin in den Mittelpunkt: Über ihre Ehe, Erwartungen und die Rolle, in der sie sich eingerichtet hat. Die Frage, warum sie nicht einfach umkehrt, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch den Text. Antworten liefert der Roman nur indirekt, oft in Andeutungen.
Auffällig ist der nüchterne, teilweise distanzierte Stil. Die Figuren bleiben namenlos und auch emotional auf Abstand, was zunächst etwas sperrig wirkt. Gleichzeitig passt diese Erzählweise gut zum inneren Zustand der Protagonistin, die selbst nur schwer Zugang zu ihren Gefühlen findet. Nach und nach entsteht dennoch ein Bild ihres Lebens und der Spannungen in ihrer Beziehung.
Stärken des Romans liegen in seiner ruhigen, psychologischen Beobachtung und in der Atmosphäre der nächtlichen Fahrt. Das Auto wird zum engen, beinahe klaustrophobischen Raum, der gleichzeitig Schutz bietet und Erinnerungen hervorruft. Allerdings wirkt die Geschichte stellenweise etwas zerfasert. Einige Passagen der Selbstreflexion sind eindringlich, andere verlieren sich eher in gedanklichen Schleifen, wodurch die Spannung nachlässt.
„Grüne Welle“ ist damit weniger ein handlungsgetriebener Roman als eine stille Studie über Stillstand, Zweifel und den Moment, in dem ein Leben möglicherweise eine neue Richtung einschlägt. Mir hat bei dem Buch hauptsächlich das Ziel gefehlt.
Die äußere Handlung bleibt bewusst reduziert. Stattdessen rücken die Gedanken der namenlosen Protagonistin in den Mittelpunkt: Über ihre Ehe, Erwartungen und die Rolle, in der sie sich eingerichtet hat. Die Frage, warum sie nicht einfach umkehrt, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch den Text. Antworten liefert der Roman nur indirekt, oft in Andeutungen.
Auffällig ist der nüchterne, teilweise distanzierte Stil. Die Figuren bleiben namenlos und auch emotional auf Abstand, was zunächst etwas sperrig wirkt. Gleichzeitig passt diese Erzählweise gut zum inneren Zustand der Protagonistin, die selbst nur schwer Zugang zu ihren Gefühlen findet. Nach und nach entsteht dennoch ein Bild ihres Lebens und der Spannungen in ihrer Beziehung.
Stärken des Romans liegen in seiner ruhigen, psychologischen Beobachtung und in der Atmosphäre der nächtlichen Fahrt. Das Auto wird zum engen, beinahe klaustrophobischen Raum, der gleichzeitig Schutz bietet und Erinnerungen hervorruft. Allerdings wirkt die Geschichte stellenweise etwas zerfasert. Einige Passagen der Selbstreflexion sind eindringlich, andere verlieren sich eher in gedanklichen Schleifen, wodurch die Spannung nachlässt.
„Grüne Welle“ ist damit weniger ein handlungsgetriebener Roman als eine stille Studie über Stillstand, Zweifel und den Moment, in dem ein Leben möglicherweise eine neue Richtung einschlägt. Mir hat bei dem Buch hauptsächlich das Ziel gefehlt.