Seelenwächter

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Mit dem Danmei-Light- Novel „Guardian – Seelenwächter“ hat die Autorin Priest ihren Reihenauftakt rund um die Abteilung für Sonderermittlungen geschrieben. Für dieses Buch sind keinerlei Vorkenntnisse relevant.

Klappentext:
Der junge Ermittler Zhao Yunlan leitet eine verdeckte Abteilung des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, die sich mit dem Übernatürlichen befasst. Gemeinsam mit seinem Team und seiner sprechenden Katze Daqing muss Yunlan die Grenzen zwischen der Welt der Sterblichen und der Unterwelt häufig überschreiten. Hinter Yunlans großspuriger, lässiger Art verbergen sich ein scharfer Verstand und ein Arsenal an arkanem Wissen, die er einsetzt, um seine Fälle zu lösen. Bei der Untersuchung eines furchtbaren Todesfalls an einer Universität trifft Zhao Yunlan auf den mysteriösen Professor Shen Wei. Zhao Yunlan ist sofort von Shen Weis gutem Aussehen und seiner geheimnisvollen Art fasziniert. Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist unleugbar, auch wenn Shen Wei versucht, auf Distanz zu bleiben. Schon bald stellt Zhao Yunlan fest, dass er das Rätsel um Shen Wei lösen muss, wenn er seinen aktuellen Fall aufklären will – der ihn und den attraktiven Professor tiefer als jemals zuvor in die Unterwelt führen wird.

Bei diesem Buch, welches in China sehr erfolgreich war, hat mich vor allem der Klappentext neugierig gemacht. Eine Abteilung im Ministerium, welche sich mit Fällen im Bereich des Übernatürlichen befasst – hier konnte mich die Grundidee sofort begeistern. Als ich dann noch gesehen habe, dass eine Katze eine wesentliche Rolle spielt, war für mich sofort die Entscheidung klar, dass ich dieses Werk nur zu gerne lesen möchte.
Schon die Gestaltung konnte mich auf den ersten Blick überzeugen, sie ist sehr liebevoll gestaltet. Es gibt ansprechende Illustrationen, welche dem Leser gewisse Szenen und auch Charaktere verdeutlicht. Sehr hilfreich ist aber vor allem das ausführliche Glossar. Im anhang befindet sich ein umfangreiches Personenregister, aber auch eine Einführung in die übernatürlichen Wesen und Orte. Sehr hilfreich ist auch der Einblick in die Mythologie und Volkskunde Chinas. Dies hilft dem Leser, dass man gewisse Szenen besser verstehen und einordnen kann. Zusätzlich ist auch ein Leitfaden zur Aussprache der Wörter beigefügt worden, welcher ebenfalls zum umfangreichen Bonusmaterial gehört.
Leider hatte ich ein paar Schwierigkeiten, in dieses Buch hineinzukommen. Als Leser wird man sofort mitten in das Geschehen geworfen, es geht auf jeden Fall bereits auf den ersten Seiten zur Sache. Dabei lernt man die Protagonisten etwas kennen und bekommt einen Einblick in ihren Aufgabenbereich. „Guardian – Seelenwächter“ wird aus der dritten Person erzählt. Dies hat zur Folge, dass einem die Charaktere unnahbar bleiben. Man bekommt keinen direkten Einblick in ihre Gedanken und Probleme. Aber dies war für mich nicht das größte Problem. Ich empfand den Erzählstil als recht gewöhnungsbedürftig. Es gab einige sprunghafte Wechsel, sowohl in der Story an sich als auch bei der Erzählperspektive. Oftmals hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass ich etwas überlesen habe. Manchmal habe ich zurückgeblättert und die letzten Seiten erneut gelesen. Jedoch hat sich herausgestellt, dass es einfach einen unvorhersehbaren Sprung in der Geschichte gab. Diese Gedankensprünge waren stellenweise echt verwirrend, weil sie von einem Satz auf den nächsten erfolgten. Dies alles führt dazu, dass man sich während des Lesens ganz schön auf die Story konzentrieren muss. Im Verlauf des Buches habe ich mich auch einfach an das Gefühl gewöhnt, etwas überlesen zu haben. Es hat mich irgendwann nicht mehr weiter gestört, ich habe es einfach hingenommen. Dies ist eigentlich kein gutes Zeichen und spricht nicht unbedingt für den Erzählstil des Buches.
Die Grundidee mit der Abteilung im Ministerium fürs Übernatürliche fand ich recht interessant und auch der Fall, welcher im ersten Band im Mittelpunkt steht, scheint ansprechend zu sein. Man bekommt sehr Fragment artig Informationen zur Welt des Übernatürlichen und versucht als Leser, sich in dieser zurechtzufinden. Doch im Verlauf der Story rückt dieser Kriminalfall immer mehr in den Hintergrund. Andere Themen und Charaktere sind auf einmal wichtig. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, warum auf einmal die Ermittlungen nicht mehr so relevant waren, dafür aber ein altes Volk dafür umso wichtiger. Für mich hat sich der Fokus in die falsche Richtung verschoben. Theoretisch hat sich der zweite Part auch interessant gelesen, jedoch hat für mich dieser Szenenwechsel keinen Sinn ergeben.
Ein Schwachpunkt ist in meinen Augen auch etwas die Charakterdarstellung. Sie sind mir leider nicht wirklich ans Herz gewachsen, stellenweise gingen sie einen eher auf die Nerven. Der junge Ermittler Zhao Yunlan ist mir leider immer noch ein Rätsel, auch sein Charakter habe ich als eher sprunghaft wahrgenommen. Mein persönliches Highlight war hier der Kater Darqing, welche meiner Ansicht nach viel zu wenig Raum bekommen hat. Er hat immer einen passenden Spruch auf Lager und behält oftmals den Überblick.
Die Lovestory, welche sich im Verlauf der Handlung anbahnt, fügt sich gut in die Geschichte ein. Sie ist stellenweise nicht sehr dominant, aber im späteren Verlauf rückt diese immer mehr in den Fokus. Dies fand ich etwas schade, auch wenn dies für die Handlung von Bedeutung ist.

Insgesamt konnte mich der Reihenauftakt „Guardian – Seelenwächter“ aus der Feder von Priest nicht vollständig überzeugen. Es gab ansprechende Ansätze und auch die Grundidee finde ich interessant. Jedoch war die Umsetzung in mehreren Hinsichten mangelhaft. Sowohl der Erzählstil als auch die Charakterbildung zeigten meiner Meinung nach Schwachstellen auf. Daher möchte ich 3 Sterne für diesen Danmei- Roman vergeben.