Ein Mikrokosmos voller Herz und Melancholie
Die Leseprobe zu Tanja Kokoskas Roman „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ entwirft ein faszinierendes Porträt der Siedlung „Am Kastanienbaum“, in der die vermeintliche Idylle der Realität eines oft einsamen Nebeneinanders weicht.
Der Einstieg hat mir außerordentlich gut gefallen. Kokoska wählt eine filmische Perspektive: Zuerst blickt sie „von oben“ auf die Dächer, bevor sie tief in die Einzelschicksale der Bewohner eintaucht. Besonders die Szene mit Ina beim Zahnarzt und ihre darauffolgende Begegnung mit dem Nachbarn Herrn Bello im Treppenhaus ist meisterhaft erzählt. Wie Ina den einsamen Witwer dazu ermutigt, die Kleider seiner verstorbenen Frau anzuprobieren, ist gleichzeitig skurril, zärtlich und tief berührend.
Die Sprache ist klar, präzise und voller Empathie. Kokoska gelingt es, mit wenigen Worten eine dichte Atmosphäre zu schaffen – sei es das beklemmende Gefühl in einer verwaisten Elternwohnung, die nach Lavendel-Lufterfrischer riecht, oder die nervöse Anspannung einer Frau mit Zahnarztangst. Die Dialoge wirken authentisch und fangen den Alltagston der Siedlung perfekt ein.
Nach Abschluss der Leseprobe ist mein Interesse geweckt. Die Autorin streut geschickt Vorahnungen ein: die fünfhundert Kilogramm schwere Bombe im Boden, auf die der Baggerfahrer Paco unwissentlich zusteuert, und Inas Angst vor dem Auszug ihres Sohnes Henry. Man möchte unbedingt wissen, wie diese losen Fäden und die unterschiedlichen Charaktere – vom traurigen Koch Samy bis zur jungen Frau im Nagelstudio – durch das „Unvermeidliche“ miteinander verknüpft werden. In Kombination mit dem außerordentlich ansprechenden und modern gestalteten Cover ist es vielversprechender Auftakt über Nähe, Verlust und die kleinen Momente, die ein Leben verändern können.
Der Einstieg hat mir außerordentlich gut gefallen. Kokoska wählt eine filmische Perspektive: Zuerst blickt sie „von oben“ auf die Dächer, bevor sie tief in die Einzelschicksale der Bewohner eintaucht. Besonders die Szene mit Ina beim Zahnarzt und ihre darauffolgende Begegnung mit dem Nachbarn Herrn Bello im Treppenhaus ist meisterhaft erzählt. Wie Ina den einsamen Witwer dazu ermutigt, die Kleider seiner verstorbenen Frau anzuprobieren, ist gleichzeitig skurril, zärtlich und tief berührend.
Die Sprache ist klar, präzise und voller Empathie. Kokoska gelingt es, mit wenigen Worten eine dichte Atmosphäre zu schaffen – sei es das beklemmende Gefühl in einer verwaisten Elternwohnung, die nach Lavendel-Lufterfrischer riecht, oder die nervöse Anspannung einer Frau mit Zahnarztangst. Die Dialoge wirken authentisch und fangen den Alltagston der Siedlung perfekt ein.
Nach Abschluss der Leseprobe ist mein Interesse geweckt. Die Autorin streut geschickt Vorahnungen ein: die fünfhundert Kilogramm schwere Bombe im Boden, auf die der Baggerfahrer Paco unwissentlich zusteuert, und Inas Angst vor dem Auszug ihres Sohnes Henry. Man möchte unbedingt wissen, wie diese losen Fäden und die unterschiedlichen Charaktere – vom traurigen Koch Samy bis zur jungen Frau im Nagelstudio – durch das „Unvermeidliche“ miteinander verknüpft werden. In Kombination mit dem außerordentlich ansprechenden und modern gestalteten Cover ist es vielversprechender Auftakt über Nähe, Verlust und die kleinen Momente, die ein Leben verändern können.