Interessante Milieustudie einmal etwas anders erzählt

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regina1960 Avatar

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Genau 1584 Menschen leben in einer gigantischen Siedlung "Am Kastanienbaum". Inmitten einer Großstadt. Auf engstem Raum und dennoch jeder für sich, nahezu anonym. Bereits Inas verstorbene Eltern lebten hier. Und auch sie, die in einem Tatoostudio arbeitet, zog hierhin. Mit ihrem Sohn Henry, den sie alleine großzog, das aber ohne die Unterstützung ihrer Eltern nicht geschafft hätte. Ihr Leben verläuft eintönig, es klingt fast perspektivlos, wie Tanja Kokoska das Milieu beschreibt, in dem sich Ina bewegt. Man kennt zwar Menschen, aber doch nicht wirklich. Da ist Herr Bello, der bei der Entrümplung der Wohnung von Inas Eltern auftaucht, und in Bluse und Rock von Inas verstorbener Mutter schlüpft. Verrückte Welt, dachte ich mir da. Man sieht die Menschen immer nur an der Oberfläche, während sich im Inneren ganz andere Wünsche und Leidenschaften verbergen. Sohn Henry scheint sich aus der Siedlung bereits innerlich zu verabschieden. Er steht vor dem Schulabschluss und wird vermutlich für ein Auslandsjahr die Stadt und damit auch seine Mutter verlassen. Noch weiß er nicht, wie er ihr das erklären möchte, denn ihm ist bewusst, dass Ina nichts außer ihm wirklich hat, was ihr etwas bedeutet. Eine interessante Geschichte, aufmerksam und ruhig erzählt. Mit einem bunten interessanten Cover, das gerne die Blicke in die bunten Fenster eines Hochhauskomplexes lockt. Mal etwas anderes, an das sich da die Buchautorin heranwagt.