Zwischen flüchtigen Begegnungen und echtem Leben

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mrs.may.reads Avatar

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Was zunächst nach flüchtigen Begegnungen klingt, Menschen, die man sieht, aber nicht wirklich kennt, entwickelt sich schnell zu einem fein beobachteten Bild des Zusammenlebens. Denn je länger man an einem Ort ist, desto mehr werden aus diesen kurzen Momenten kleine Gespräche, vertraute Grüße und manchmal sogar echte Verbindungen.

Besonders gelungen finde ich, wie ungeschönt und nahbar das Leben dargestellt wird. Jede Figur bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Probleme und Erfahrungen mit. Die Rückblicke, etwa zur Schwangerschaft oder zur Vergangenheit der Familie, wirken dabei sehr authentisch und greifen realistische Lebenssituationen auf.

Der Einstieg in der Zahnarztpraxis ist ein kluger, alltäglicher Zugang in die Geschichte, eine Szene, die jede/r kennt und die sofort Vertrautheit schafft. Von dort aus entfaltet sich nach und nach ein vielschichtiges Bild von Menschen, Gewohnheiten und dem Miteinander im Alltag.

Auch die Figuren der Siedlung haben mich direkt überzeugt: liebevoll, teilweise humorvoll gezeichnet und dabei angenehm echt.

Schon das Cover hat bei mir genau dieses Gefühl ausgelöst, ein Mehrfamilienhaus, viele Geschichten hinter vielen Türen. Und genau das scheint dieses Buch einzulösen: ein Blick auf das echte Leben, auf Menschen, die sonst vielleicht nicht im Mittelpunkt stehen, aber genau dort ihre Geschichten tragen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die einzelnen Lebenswege weiter verweben und würde das Buch sehr gern weiterlesen.