Ali Mitgutsch goes Tatsächlich Liebe
Eine Siedlung von oben. Eine Siedlung, in der wenig Besonders passiert. Oder eben alles besonders ist, weil man endlich einmal hinsieht. Es ist wie ein Ali Mitgutsch-Buch in Romanform mit vielen kleinen und nicht selten ungesehenen Menschen. Viele kleine Schicksale, die für die einzelnen oft so schwer und dramatisch wirken und auf die uns Tanja Kokoska lehrt, hinzusehen. Und dann sehen wir, wie sich viele kleine Leben miteinander verbinden, die außer der räumlichen Nähe wenig gemeinsam zu haben scheinen - der phantastische Kniff, der den Film "Tatsächlich Liebe" so berührend gemacht hat: die alleinerziehend Nina; der würdevolle Herr Bello; Frau Kaiser, die gelegentlich in Hotels anruft und nach ihrem Sohn fragt, der auch Roland heißt; Frau Arslan, die Rilkegedichte auf kleine Zettel schreibt und in die Waren ihres kleinen Ladens schmuggelt; und Herr Garcia, der Baggerfahrer, der gerne mal eine Leiche finden würde, dann aber etwas anderes ausgräbt, das die vielen Geschichten verändert...