Ein breit angelegter Gesellschaftsroman

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tochteralice Avatar

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Und zwar keiner, die High Society irgendeines Landes porträtiert; nein, im Mittelpunkt steht vor allem die untere Mittelschicht einer Siedlung in einer namenlosen Stadt in Deutschland, mit Ausrutschern nach oben und vor allem nach unten.

Die meisten Protagonisten sind mehr oder weniger Nachbarn, oft schon seit vielen Jahren, was aber nicht heißt, dass man sich gut kennt. Alle haben (oder hatten) Träume und Sehnsüchte und ab und zu treten sie immer noch an die Oberfläche.

So sehnt der junge Henri - ein schon etwas größerer Teenager - sich nach seinem Vater, den er nie getroffen hat. Er kennt noch nicht mal seinen richtigen Namen, aber nur deswegen, weil seine Mutter Ina ihn selbst nicht weiß.

Dann gibt es Frau Kaiser, die allein ist, aber nicht, wenn es wirklich wichtig wird, Frau Arslan, die mehr vom Leben ersehnt, Anh aus Südostasien, die in einem Nagelstudio arbeitet und keine Option hat und Herrn Bello, der gerne Frauenkleidung trägt. Das weiß er aber erst seit kurzem. Zudem eine ganze Reihe weiterer Gestalten, die ähnlich vielschichtig daher kommen.

Ganz klar: dieser Roman ist nichts für Leser, die langsame, stimmungsvolle Entwicklungen, ruhige Dialoge und stilles Glück lieben. Außer dem letzteren (wenn auch nur in kleinen Dosen) gibt es hier nichts von. Dafür eine unterhaltsame Gesellschaftsstudie mit Herz, die ich gerne gelesen habe, auch wenn der Stil der Autorin aus meiner Sicht noch ausbaufähig ist. Aber nicht ihre emotionale Wahrnehmung!

Wer einen ungewöhnlichen, abwechslungsreichen Roman mit vielen Sprüngen (die aber nie sinnlos sind) lesen möchte, der könnte hier an der richtigen Adresse sein!