ein warmherziger sozialroman!
das cover ist ziemlich auffällig und bunt gestaltet was direkt gut zur vielstimmigen nachbarschaft passt die im roman im mittelpunkt steht. schon nach den ersten seiten merkt man das hier kein klassischer einzelschicksalsroman erzählt wird sondern ein ganzes wohnviertel mit sehr unterschiedlichen menschen die sich zwar nahe sind aber oft aneinander vorbeileben. genau diese idee fand ich interessant weil sie sehr real wirkt und viele kleine beobachtungen aus dem alltag aufgreift. die figuren sind bewusst leicht überzeichnet aber trotzdem nahbar was mir gut gefallen hat!! besonders weil dadurch schnell ein bild dieser gemeinschaft entsteht. gleichzeitig bleibt vieles eher fragmentarisch was zwar zur atmosphäre passt aber manchmal auch dazu führt das einzelne handlungsstränge nicht so tief ausgearbeitet wirken wie sie es könnten. der schreibstil ist leicht, zugänglich und oft beobachtend, manchmal fast wie eine collage aus momenten. was das buch für mich besonders macht ist diese grundidee von verbindung.. wie sich menschen trotz nähe einsam fühlen können und wie kleine ereignisse eine ganze gemeinschaft verändern. das wirkt stellenweise leise aber emotional gut getroffen gerade durch die vielen kleinen alltagsmomente die sich zusammenfügen. insgesamt ein ruhiger, menschlicher roman über nachbarschaft, einsamkeit und zufällige begegnungen der vor allem durch seine atmosphäre lebt und weniger durch große spannungsbögen. empfehlung für alle die gesellschaftsromane mögen die nah am alltag bleiben und viele kleine beobachtungen statt große dramatik erzählen.