Mikrokosmos

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regenprinz Avatar

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In der Wohnsiedlung Am Kastanienbaum leben genau 1583 Menschen und mit diesem Roman taucht man in das Leben einiger Menschen ein. Die Erzählweise hat mir dabei besonders gut gefallen, weil der Fokus variiert. Manchmal ist man beim Lesen ganz dicht dran an den Gedanken und Gefühlen einzelner Figuren, dann wieder betrachtet man ihre kleine Welt von oben.

Ich hatte sie jedenfalls alle schnell ins Herz geschlossen: Ina und ihren Sohn Henry, Frau Kaiser, Frau Radulescu und Herrn Bello, Samy und die Arslans, mit all ihren Sorgen und Nöten und liebenswerten Eigenheiten. Ein Mikrokosmos, der durchaus auch die dunklen Seiten der Realität und Arbeitswelt widerspiegelt. Zum Glück überwiegen jedoch klar die positiven Momente und manche Details, wie z.B. die Gedichtzettelchen, die Frau Arslan heimlich in ihrem Laden versteckt oder die Fische, die Herr Arslan heimlich kauft, oder die Tattoos, die Samy von Ina erhält, fand ich total schön. Die Krämerseele bleibt der einzige Unsympath in der Geschichte, über den man mehr erfährt.

Eine Weltkriegsbombe, die Baggerfahrer Francisco Garcia ausgräbt, sorgt für Aufregung in der Siedlung. Alle Wohnungen in den Häusern müssen für einen Tag geräumt werden. So treffen sich die Menschen in der Turnhalle, teils ängstlich, teils voller Hoffnung auf ein gutes Ende. Für Ina und Henry hält dieser Tag zudem eine überraschende Begegnung parat.

Ich habe diesen Roman, der gleichermaßen Charme und Optimismus versprüht, mit großem Vergnügen gelesen und empfehle ihn herzlich gerne weiter!