Wir sind gleich und doch leben wir verschiedene Leben

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nm1988 Avatar

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In leuchtenden Farben gestaltete Fenster strahlen einem vom Cover entgegen und symbolisieren die Vielfalt der Menschen, die hinter ihnen leben. Schon hier wird die zentrale Idee von Diversität und Zusammenleben auf engem Raum visuell aufgegriffen und macht neugierig auf den Inhalt.
Das Buch beginnt mit einem wunderschönen Zitat: „Reich mir deine Hand, wenn Hände selten und Worte überflüssig sind. Über dir, über mir dieselben Sterne.“ Es sagt aus, dass wir uns alle unterstützen sollten ungeachtet unserer Herkunft, unserer verschiedenen Lebensumstände etc.

Als Leser stellt man sich eine Plattenbausiedlung vor, in der 1584 Menschen leben, und wird dazu angeregt, über die Vielfalt ihrer Lebensrealitäten nachzudenken. Unterschiedliche Herkunft, finanzielle Situationen, Tagesabläufe und persönliche Geschichten treffen hier aufeinander – und doch leben alle unter einem Dach. Genau dieses Spannungsfeld macht den Reiz der Geschichte aus.
Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Ina, deren Alltag in der Siedlung beschrieben wird. Dazu gehören scheinbar unspektakuläre Momente wie ein Zahnarztbesuch bei Herrn Rashid oder das (Neu-)Einrichten der elterlichen Wohnung. Besonders lebendig wird das Buch durch die vielen Begegnungen mit anderen Hausbewohnern – kurze Gespräche, flüchtige Kontakte und kleine Einblicke in fremde Leben.
Die Sprache ist einfach gehalten, man liest aber weiter, weil man – ganz menschlich – neugierig darauf ist, wie andere leben. Viele der geschilderten Situationen kommen einem zudem vertraut vor, sodass man sich immer wieder selbst darin wiederfindet.
Ein Buch, das durch seine Alltäglichkeit fesselt und zeigt, wie vielschichtig selbst ein scheinbar gewöhnlicher Ort sein kann.
Eine wunderbare Sommer Urlaubslektüre