Zusammen ist man weniger allein
Frei nach Anna Gavalda hätte man das Buch auch mit dem Titel „Zusammen ist man weniger allein“ überschreiben können.
Nun wird dieser mit eigentlich Fremden geteilte mehr oder weniger nichtssagende Gruß zum Titel eines Buches, in dem die Unverbindlichkeit plötzlich einem Vertrauensverhältnis weicht.
Schon das Titelbild ist ein Hingucker. Eine bunte Fassade mit eng aneinandergebauten Wohnungen, jeweils in anderer Farbe, aber dennoch mit der Wirkung eines Hühnerkäfigs. An dieser Wirkung können auch die auf einigen Balkonen aufgestellten Sonnenschirme nichts mehr verändern.
Aber gerade diese vermeintliche Anonymität sprach mich an und ich wollte wissen, was sich hinter dieser bunten und dennoch monotonen Fassade verbirgt.
Es handelt sich um die Siedlung am Kastanienbaum, früher auch einmal Ami-Siedlung genannt, als die Wohnungen noch für Soldaten der US-Armee gebaut worden waren.
Kastanienbaum klingt wesentlich naturnäher, allerdings sind weit und breit keine Bäume zu sehen. 1583 Menschen wohnen hier in hundert dreistöckigen Häusern Tür an Tür, die meisten kennen sich nicht näher. Man grüßt sich, so wie es der Titel der Buches vorschlägt, aber weiß nicht wirklich etwas über die Nachbarn.
Ina ist die Person, die wir durch das ganze Buch hinweg begleiten. Sie und ihren Sohn Henry sowie als weitere Bewohner der Siedlung die Arslans, Herrn Bello, Frau Kaiser mit ihrer Haushaltshilfe und Samy, den Koch aus Sri Lanka aus der Eckkneipe lernen wir etwas besser kennen. Und dann ist da noch Herr Garcia, der eines Tages als Baggerfahrer eine Bombe in der Erde entdeckt. Diese Bombe verändert alles.
Ina hat mehrere Jobs, um sich und Henry über die Runden zu bringen. Zusätzlich muss sie auch noch die Wohnung ihrer kürzlich verstorbenen Eltern ausräumen und wird oft von Erinnerungen überwältigt. Henry ist 17, ein exzellenter Schüler, der heimlich davon träumt, nach dem Abitur mit seinem Freund Jamal ein Jahr nach Südamerika zu gehen. Nur weiß Ina bisher noch nichts davon.
Herr Bello ist seit dem Tod seiner Frau sehr einsam, bringt es aber auch nicht über sich, andere anzusprechen oder offensiv Kontakte zu suchen. Lediglich zu Ina, deren Elternwohnung gegenüber seiner eigenen liegt, hat er einen lockeren Kontakt.
In diesem Buch geht es viel um Einsamkeit, um das Gefühl, nicht verstanden zu werden, um unerfüllte Wünsche. Die Bombe schafft es, alle diese versteckten Gefühle nach außen zu kehren. Jeder hat Angst, sie könnte doch explodieren und das ganze Viertel zerstören. Frau Kaiser erinnert sich an die Bombennächte und ihre Flucht aus dem Osten, auch Samy hat den Krieg in seinem Heimatland hautnah kennengelernt, bevor er fliehen konnte. Demgegenüber stehen die verborgenen Probleme der anderen Bewohner, es schien mir so, als ob doch einiges vor dem Explodieren der Bombe noch geklärt werden sollte, als ob man einen sauberen Abschluss wünschen würde.
Das Buch ist leise, aber für mich war es dennoch eindringlich, weil es zeigte, wie ein äußeres Ereignis eine anonyme Nachbarschaft plötzlich in eine miteinander verbundene Gruppe verwandeln kann, wenn man es denn zulässt.
Nun wird dieser mit eigentlich Fremden geteilte mehr oder weniger nichtssagende Gruß zum Titel eines Buches, in dem die Unverbindlichkeit plötzlich einem Vertrauensverhältnis weicht.
Schon das Titelbild ist ein Hingucker. Eine bunte Fassade mit eng aneinandergebauten Wohnungen, jeweils in anderer Farbe, aber dennoch mit der Wirkung eines Hühnerkäfigs. An dieser Wirkung können auch die auf einigen Balkonen aufgestellten Sonnenschirme nichts mehr verändern.
Aber gerade diese vermeintliche Anonymität sprach mich an und ich wollte wissen, was sich hinter dieser bunten und dennoch monotonen Fassade verbirgt.
Es handelt sich um die Siedlung am Kastanienbaum, früher auch einmal Ami-Siedlung genannt, als die Wohnungen noch für Soldaten der US-Armee gebaut worden waren.
Kastanienbaum klingt wesentlich naturnäher, allerdings sind weit und breit keine Bäume zu sehen. 1583 Menschen wohnen hier in hundert dreistöckigen Häusern Tür an Tür, die meisten kennen sich nicht näher. Man grüßt sich, so wie es der Titel der Buches vorschlägt, aber weiß nicht wirklich etwas über die Nachbarn.
Ina ist die Person, die wir durch das ganze Buch hinweg begleiten. Sie und ihren Sohn Henry sowie als weitere Bewohner der Siedlung die Arslans, Herrn Bello, Frau Kaiser mit ihrer Haushaltshilfe und Samy, den Koch aus Sri Lanka aus der Eckkneipe lernen wir etwas besser kennen. Und dann ist da noch Herr Garcia, der eines Tages als Baggerfahrer eine Bombe in der Erde entdeckt. Diese Bombe verändert alles.
Ina hat mehrere Jobs, um sich und Henry über die Runden zu bringen. Zusätzlich muss sie auch noch die Wohnung ihrer kürzlich verstorbenen Eltern ausräumen und wird oft von Erinnerungen überwältigt. Henry ist 17, ein exzellenter Schüler, der heimlich davon träumt, nach dem Abitur mit seinem Freund Jamal ein Jahr nach Südamerika zu gehen. Nur weiß Ina bisher noch nichts davon.
Herr Bello ist seit dem Tod seiner Frau sehr einsam, bringt es aber auch nicht über sich, andere anzusprechen oder offensiv Kontakte zu suchen. Lediglich zu Ina, deren Elternwohnung gegenüber seiner eigenen liegt, hat er einen lockeren Kontakt.
In diesem Buch geht es viel um Einsamkeit, um das Gefühl, nicht verstanden zu werden, um unerfüllte Wünsche. Die Bombe schafft es, alle diese versteckten Gefühle nach außen zu kehren. Jeder hat Angst, sie könnte doch explodieren und das ganze Viertel zerstören. Frau Kaiser erinnert sich an die Bombennächte und ihre Flucht aus dem Osten, auch Samy hat den Krieg in seinem Heimatland hautnah kennengelernt, bevor er fliehen konnte. Demgegenüber stehen die verborgenen Probleme der anderen Bewohner, es schien mir so, als ob doch einiges vor dem Explodieren der Bombe noch geklärt werden sollte, als ob man einen sauberen Abschluss wünschen würde.
Das Buch ist leise, aber für mich war es dennoch eindringlich, weil es zeigte, wie ein äußeres Ereignis eine anonyme Nachbarschaft plötzlich in eine miteinander verbundene Gruppe verwandeln kann, wenn man es denn zulässt.