Auf der Suche nach Zugehörigkeit
In Halber Stein nähert sich Iris Wolff behutsam den Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und dem Gewicht der Vergangenheit. Der Roman entfaltet sich in einer Landschaft, in der Erinnerungen an Orte, Menschen und Verluste fortleben und das Gegenwärtige durchdringen. Mit einer ruhigen, präzisen Sprache schafft Wolff eine Atmosphäre der Aufmerksamkeit und des Innehaltens. Vieles bleibt angedeutet, manches unausgesprochen, und gerade darin liegt die emotionale Kraft des Textes. Erinnerung erscheint nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als fortdauernder Raum, der Identität formt und nachwirkt. Ein leiser, intensiver Roman, der lange im Gedächtnis bleibt.