Bezauberndes Buch
Siebenbürgen ist eine uralte Kulturlandschaft. Eingebettet zwischen den Karpaten, war es lange Zeit ein Spielball der Geschichte. Ungarische, türkische, Habsburgische und rumänische Oberhoheiten haben hier gewechselt, Die Deutschen kamen vor etwa 800 Jahren in dieses Gebiet, zur Urbarmachung aber auch um das Eindringen der Mongolen, der Tataren und anderer Reitervölker zu verzögern, um den westlich gelegenen Ländern Zeit zu verschaffen, ihre Abwehr zu organisieren. Den Blutzoll haben die Deutschen in Siebenbürgen bezahlt. So kam es, dass alle deutschen Dörfer in diesem Landstrich Kirchenburgen bauten, um sich im Falle neuer Einfälle aus dem Süden und Osten, sich hier zurückziehen zu können und die Belagerung auszuhalten.
Iris Wolff schreibt mit viel Verständnis und Zartgefühl darüber, vermittelt profunde Kenntnisse über das Land, seine Geschichte und Bewohner, dass man sich im Buch schnell heimisch fühlt. Es geht um eine Heimkehr, um eine Beerdigung, um eine Begegnung mit der Kindheit, mit dem Freund aus der Kindheit, um Fragen zur Familiengeschichte, um Wiederannäherung an den Vater, dem sich Sine im Laufe der Jahre in Deutschland entfremdet hatte. Der Kindheitsfreund, die Nähe und Wärme ist schnell wiederhergestellt, nun kommt auch Liebe hinzu, aber diese Liebe bleibt offen. Er ist in Rumänien, sie lebt in Deutschland, kann eine Fernbeziehung Bestand haben?
Ich kenne die Orte, die im Roman beschrieben wurden, habe dort für kurze aber prägende Zeit gelebt. Die Spaziergänge durch Hermannstadt haben mich an die vergangenen Zeiten denken lassen, die Sehnsucht in mir geweckt, mal wieder hin zu fliegen. Sines Spaziergang durch die Stadt wurde zu meinem eigenen Spaziergang.
Der Titel des Buches - Halber Stein - ist ein großer Felsen am Ufer des Silberbachs, am Rande von Michelsberg, dem Heimatort von Sines Vater. Um diesen Felsen ranken sich Geschichten und Legenden, Sie zieht sich ein paar Mal hierhin zurück, wenn sie nachdenken will, wenn sie zu sich selbst finden will.
Die Ranunkeln auf dem Titelbild sind nicht nur hier, in Deutschland, beliebte Gartenblumen, sondern auch in Siebenbürgen. So finde ich die Wahl des Titelbildes gelungen.
Das Ende des Buches fand ich bezeichnend. Der Pfarrer ist nicht mehr nur Seelsorger sondern auch Hausverwahrer. Die Bewohner ziehen in den Westen, kommen nur noch als “Sommersachsen” zurück, in der Zwischenzeit muss der Pfarrer neben drei oder vier zusätzlichen Gemeinden, die er seelsorgerisch betreut, auch eine wachsende Zahl von Häusern im Auge behalten. Aber bevor die Verbindung zur alten Heimat komplett reißt, lieber für den Sommer zurückkehren.
Die Sprache des Buches hat mich magisch angezogen. Wolffs Stil ist unverkennbar, ihr eigener, poetisch und prägend. Ein Innenhof in Hermannstadt wird zu einem Traumort: “Ich ging einige Schritte in den Hof hinein. Es war. als würde man unter Wasser hinauf zu den Wellen schauen, so überflutete das Dach aus WEinranken den Innenhof. Nur das Rascheln der Blätter war zu hören…” 8S. 248) Hand aufs Herz, wer würde nicht gern in solch einem Haus wohnen?
Iris Wolff schreibt mit viel Verständnis und Zartgefühl darüber, vermittelt profunde Kenntnisse über das Land, seine Geschichte und Bewohner, dass man sich im Buch schnell heimisch fühlt. Es geht um eine Heimkehr, um eine Beerdigung, um eine Begegnung mit der Kindheit, mit dem Freund aus der Kindheit, um Fragen zur Familiengeschichte, um Wiederannäherung an den Vater, dem sich Sine im Laufe der Jahre in Deutschland entfremdet hatte. Der Kindheitsfreund, die Nähe und Wärme ist schnell wiederhergestellt, nun kommt auch Liebe hinzu, aber diese Liebe bleibt offen. Er ist in Rumänien, sie lebt in Deutschland, kann eine Fernbeziehung Bestand haben?
Ich kenne die Orte, die im Roman beschrieben wurden, habe dort für kurze aber prägende Zeit gelebt. Die Spaziergänge durch Hermannstadt haben mich an die vergangenen Zeiten denken lassen, die Sehnsucht in mir geweckt, mal wieder hin zu fliegen. Sines Spaziergang durch die Stadt wurde zu meinem eigenen Spaziergang.
Der Titel des Buches - Halber Stein - ist ein großer Felsen am Ufer des Silberbachs, am Rande von Michelsberg, dem Heimatort von Sines Vater. Um diesen Felsen ranken sich Geschichten und Legenden, Sie zieht sich ein paar Mal hierhin zurück, wenn sie nachdenken will, wenn sie zu sich selbst finden will.
Die Ranunkeln auf dem Titelbild sind nicht nur hier, in Deutschland, beliebte Gartenblumen, sondern auch in Siebenbürgen. So finde ich die Wahl des Titelbildes gelungen.
Das Ende des Buches fand ich bezeichnend. Der Pfarrer ist nicht mehr nur Seelsorger sondern auch Hausverwahrer. Die Bewohner ziehen in den Westen, kommen nur noch als “Sommersachsen” zurück, in der Zwischenzeit muss der Pfarrer neben drei oder vier zusätzlichen Gemeinden, die er seelsorgerisch betreut, auch eine wachsende Zahl von Häusern im Auge behalten. Aber bevor die Verbindung zur alten Heimat komplett reißt, lieber für den Sommer zurückkehren.
Die Sprache des Buches hat mich magisch angezogen. Wolffs Stil ist unverkennbar, ihr eigener, poetisch und prägend. Ein Innenhof in Hermannstadt wird zu einem Traumort: “Ich ging einige Schritte in den Hof hinein. Es war. als würde man unter Wasser hinauf zu den Wellen schauen, so überflutete das Dach aus WEinranken den Innenhof. Nur das Rascheln der Blätter war zu hören…” 8S. 248) Hand aufs Herz, wer würde nicht gern in solch einem Haus wohnen?