Ein Roman über Erinnerung und Herkunft

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Der Debütroman „Halber Stein“ von Iris Wolff erzählt die Geschichte von Friedesine, die nach dem Tod ihrer Großmutter in ihre siebenbürgische Heimat zurückkehrt. Die Reise in die Vergangenheit bringt viele Erinnerungen und Begegnungen ans Licht und zeichnet ein stilles Bild von der eigenen Herkunft und dem Verlust von geliebten Menschen.

Der Roman ist sprachlich sehr ruhig und dennoch stark von ausführlichen Natur- und Ortsbeschreibungen geprägt. Für mich persönlich ist der Erzählstil dadurch stellenweise sehr langatmig, schwer und stellenweise uninteressant. Besonders Leserinnen und Leser mit persönlichem Bezug zur Geschichte der Siebenbürger Sachsen oder zur Nachkriegszeit dürften hier mehr Zugang finden.

Die historischen Einschübe zur siebenbürgisch-sächsischen Vergangenheit fand ich wiederum sehr interessant. Sie machen jedoch nur einen kleinen Teil des Romans aus. Insgesamt richtet sich das Buch eher an ein Publikum, das leise, nostalgische Erzählungen schätzt und sich gerne Zeit für Stimmungen nimmt. Unter dem Strich kam es mir vor, als hätte ich schon unzählige Bücher dieser Art gelesen. Negativ fand ich die äußerst günstige Buchaufmachung. Das Buch hat eine etwas hochwertigere Verarbeitung verdient. Dann würde auch das wunderschöne Bild auf dem Buchcover zur verdienten Geltung kommen.