Erinnerungen

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omami Avatar

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Es gibt Bücher, die einen sofort fesseln, ohne dass etwas Spektakuläres, wie Mord oder Totschlag, große Liebe oder Betrug passieren.
Das Buch von Iris Wolff ist genau so eines.
Die junge Sine fährt mit ihrem Vater nach Siebenbürgen, weil Agneta, Sines Oma verstorben war.
Und obwohl sie sich oft und erfolgreich geweigert hatte, mit ihrem Vater in den vergangenen Jahren zu besuchen, kann sie sich vor Erinnerungen an Gespräche, Gerüche und Geräusche kaum retten. Auch Julian, der Gespiele aus Kindertagen, inzwischen ein junger Mann, ist sofort wieder präsent, sie macht mit ihm Ausflüge in die nähere Umgebung und findet jedes Mal etwas, das sie an was auch immer, erinnert.
Auch im Haus finden sich Punkte und Stellen, die ihr damals wichtig waren, als sie mit den Eltern noch dort gelebt hatte.
Freundinnen ihrer Oma kommen, um zu kondolieren und alle helfen zusammen, damit das Begräbnis ein würdiger Abschied wird, Sine ist überrascht über den intensiven Zusammenhalt im Dorf, obwohl so viele die Auswanderung vorgezogen haben, aber, wer geblieben ist, war nun da und half mit. Gespräche mit dem Pfarrer und Nachbarn offenbarten ihr eine Wahrheit über das Völkchen der Siebenbürger, die sie so nie wahrgenommen hatte.
Das Buch ist wirklich sehr berührend und interessant geschrieben und sehr lesenswert.
Das Cover und der Titel erklären sich beim Lesen von selbst.