Erinnerungen an das Land der Kindheit

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bartie Avatar

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Der Debüt-Roman von Iris Wolff konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die bildhafte Sprache, in der die unzählige Beschreibungen der Umgebung mit ihrer wunderschönen Flora gehalten wurden, macht jedoch die insgesamt langatmige Erzählung nicht wett.

Auch Sines Suche nach Identität im Land ihrer Kindheit wirkte wenig überzeugend auf mich. Der traurige Anlass für ihre Reise nach Rumänien war die Beerdigung ihrer Großmutter Agneta, die als letzte aus der Familie noch in Siebenbürgen wohnte. In dem verlassenen Haus ihrer Großmutter fühlt sich Sine auf Anhieb wohl; sie sucht dort nach Spuren der Vergangenheit, beschäftigt sich mit der Lebensgeschichte ihrer Großmutter, erkundet die Gegend und erinnert sich bruchstückhaft an die Erlebnisse aus ihrer Kindheit.

Aber Sine hat Siebenbürgen vor zwanzig Jahren als 8-jähriges Mädchen verlassen, hat in Deutschland die Schule besucht und sogar ihr Studium abgeschlossen. Ist sie in der neuen Heimat nicht wirklich angekommen? Keine Freunde gefunden? Als 28-jährige Frau bisher keiner Liebe begegnet? - – Diese und ähnliche Fragen machen für mich diese Geschichte in vielen Punkten wenig überzeugend.

Wie ich bereits am Anfang erwähnt habe, ist die Sprache des Romans schön; einfühlsam und oft poetisch, mit einigen Weisheiten versehen, die zum Nachdenken bewegen. Und die Beschreibungen der Natur: bildhaft, ausführlich, jedoch so detailliert, dass sie immer wieder einige Seiten des Buches überfüllen. Dadurch wurde die insgesamt interessante Geschichte langatmig und ermüdend.

Da der Roman über das immer noch brisante Thema der Migration, des Zurücklassens und Ankommens handelt, ist das Buch auf jeden Fall lesenswert.
3,5 Sterne auf 4 aufgerundet