Fremde Heimat, vertraute Fremde
Wie beglückend, mit einem Abstand von bald fünfzehn Jahren die ersten literarischen Schritte von Iris Wolff einer würdigenden Prüfung zu unterziehen. Gelegenheit dazu bietet die Neuveröffentlichung des Debüts in einer Taschenbuchausgabe in ihrem neuen Stammverlag Klett-Cotta.
Bereits in diesem ersten Werk zeigt sich das Lebensthema dieser jungen Autorin: der frühe Verlust von Heimat, Siebenbürgen, Schauplatz der wechselvollen Geschichte der deutschen Minderheit im heutigen Rumänien.
Es ist etwas ganz Eigenes in Iris Wolffs Schreiben: Ihre Sprache handhabt sie wie ein präzises Instrument, ein Werkzeug, dem sie nie die Gelegenheit zugebilligt hat, stumpf zu werden, sie benutzt sie mit Behutsamkeit, aber kraftvoll. Es mag gewiss mit ihrer Herkunft zu tun haben: wer in einem Land aufgewachsen ist, in dem die eigene Sprache nur von einer Minderheit gesprochen wird, muss sich der eigenen Identität immer neu vergewissern. In diesem Roman wird die Vorsicht deutlich, mit der die Protagonistin agiert, wenn sie ins Land ihrer Herkunft zurückkehrt.
Man muss der jungen Autorin zugute halten, dass dieser erste Roman noch keine Vollendung bietet: der Einblick in die Geschichte Siebenbürgens geschieht ein wenig holzschnittartig, eine Anmutung von Volkshochschul-Inhalt ist nicht gänzlich ungerechtfertigt. Doch die Vielzahl an Personen, denen die Ich-Erzählerin begegnet, vermag die Eigenart der Mentalität dieser Menschen plastisch zu vermitteln.
Ihre eigene Zerrissenheit, ihre Erfahrung von Entwurzelung in der neuen Heimat, und ihr behutsames Herantasten an die verschütteten Erfahrungen einer als beglückend empfundenen Kindheit werden in den ungemein poetischen Traumsequenzen deutlich. Fremde Heimat, vertraute Fremde erweist sich als das die junge Hauptfigur prägende Lebensgefühl, das sich als tragfähige Existenzgrundlage erweist.
Bereits in diesem ersten Werk zeigt sich das Lebensthema dieser jungen Autorin: der frühe Verlust von Heimat, Siebenbürgen, Schauplatz der wechselvollen Geschichte der deutschen Minderheit im heutigen Rumänien.
Es ist etwas ganz Eigenes in Iris Wolffs Schreiben: Ihre Sprache handhabt sie wie ein präzises Instrument, ein Werkzeug, dem sie nie die Gelegenheit zugebilligt hat, stumpf zu werden, sie benutzt sie mit Behutsamkeit, aber kraftvoll. Es mag gewiss mit ihrer Herkunft zu tun haben: wer in einem Land aufgewachsen ist, in dem die eigene Sprache nur von einer Minderheit gesprochen wird, muss sich der eigenen Identität immer neu vergewissern. In diesem Roman wird die Vorsicht deutlich, mit der die Protagonistin agiert, wenn sie ins Land ihrer Herkunft zurückkehrt.
Man muss der jungen Autorin zugute halten, dass dieser erste Roman noch keine Vollendung bietet: der Einblick in die Geschichte Siebenbürgens geschieht ein wenig holzschnittartig, eine Anmutung von Volkshochschul-Inhalt ist nicht gänzlich ungerechtfertigt. Doch die Vielzahl an Personen, denen die Ich-Erzählerin begegnet, vermag die Eigenart der Mentalität dieser Menschen plastisch zu vermitteln.
Ihre eigene Zerrissenheit, ihre Erfahrung von Entwurzelung in der neuen Heimat, und ihr behutsames Herantasten an die verschütteten Erfahrungen einer als beglückend empfundenen Kindheit werden in den ungemein poetischen Traumsequenzen deutlich. Fremde Heimat, vertraute Fremde erweist sich als das die junge Hauptfigur prägende Lebensgefühl, das sich als tragfähige Existenzgrundlage erweist.