Genau das richtige Buch zur richtigen Zeit. Berührend, Einladend.

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Iris Wolff hatte mich mit ihren früheren Büchern ohnehin schon neugierig auf Rumänien gemacht. Nun wurde ihr Debütroman Halber Stein neu aufgelegt – und es ist endgültig um mich geschehen.
Sine reist mit ihrem Vater nach Michelsberg, weil ihre Großmutter Agneta gestorben ist. Dort begegnet sie nicht nur den Orten ihrer Kindheit, sondern auch Julian, ihrem Freund von damals.
Beim Lesen denke ich oft: So würde ich auch gern schreiben können. Diese Sprache ist ruhig, poetisch, von großer Schönheit. Sätze wie „Der Mond breitete seinen silbergrauen Mantel über die Dächer des Dorfes“ berühren mich sehr. Aber, es sind nicht nur die Natur- und Ortsbeschreibungen, die sofort Fernweh wecken, sondern auch die feinfühlige, unaufdringliche Art, mit der Trauer und Abschied erzählt werden.
Der Roman ist leise, entschleunigt. Wir begleiten Sine durch ihre Trauer und erleben, wie sie sich alten, beinahe vergessenen Erinnerungen wieder annähert. Der halbe Stein wird dabei zum Zentrum ihrer inneren Bewegung. Ihr Studium ist abgeschlossen, neue Wege liegen vor ihr. Welche Rolle werden die alte Heimat und Julian in diesem neuen Leben spielen? Wird sie den Rat der Großmutter beherzigen: „Nimm die Liebe an, wenn sie dir begegnet“?
Frau Wolff, das sind fünf Sterne.
Und übrigens: Rumänien, ich komme.