Kraft aus der Erinnerung
Viele Themen ihrer späteren Romane hat Iris Wolff in diesem Debüt aus dem Jahr 2012 schon angelegt: Heimat und Herkunft, Fremdheit und Nähe, Erinnerung und Verlust, Schmerz und Wärme, Schuld und Verstehen, Liebe und Freundschaft, Bindung und Loslassen. Auch die feinfühlige Wahrnehmung der Menschen, ihrer Geschichte und ihrer Umgebung, der Häuser, Höfe und Gärten, die poetische Schilderung der Natur, der Landschaft, der Witterung, der Geräusche und Farben, all dies findet sich bereits in ihrem ersten Roman.
Die junge Erzählerin Friedesine hat ihr Studium beendet, weiß aber nicht, wie ihr Leben weitergehen soll. Sie lebt mit ihren aus Rumänien ausgewanderten Eltern in Deutschland, gesteht sich selbst ihre Sehnsucht nach der siebenbürgischen Heimat nicht ein. Nur ihr Vater, ein Künstler, hat seine Mutter in der Heimat regelmäßig besucht. Nun ist sie gestorben, und Sine reist mit ihm zum ersten Mal seit der Kindheit nach über 20 Jahren wieder zurück in das Dorf ihrer Großmutter Agneta, in das alte Haus mit dem großen Garten, wo sie viele Sommer bei der geliebten Großmutter verbracht hatte. Die Erinnerungen strömen auf sie ein, ihr Zauber wirkt noch immer. Das Haus, der Garten, Agnetas Hinterlassenschaften, alles weckt kostbare Erinnerungen und lässt sie erkennen, wie sehr sie diese Heimat vermisst hat und wieviel sie ihr bedeutet. Sie trifft Wegbegleiter ihrer Großeltern und Eltern, erfährt manches aus der Familiengeschichte. Auch ihren Kinderfreund Julian trifft sie wieder, gemeinsam erkunden sie die Umgebung, die herrliche Natur. Er weiß viel über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen, begleitet sie auch nach Hermannstadt, wo sie einst mit ihren Eltern lebte. Die heile Welt ihrer Kindheit existiert nicht mehr, und für die Auswanderung gab es gute Gründe. Und doch ist da eine tiefe Verbundenheit mit den Menschen, ihren Traditionen, ihren Siedlungen und der Landschaft. Eine melancholische Grundstimmung durchzieht den Roman, doch Sine schöpft aus den Erinnerungen und Erfahrungen dieser Reise wieder Kraft und Zuversicht für die Zukunft.
Iris Wolff weiß all dies meisterhaft zu schildern, in einem ruhigen, bildreichen Sprachfluss, lässt dabei Spielräume offen für die Phantasie ihrer Leser. Ich habe die Lektüre genossen.
Die junge Erzählerin Friedesine hat ihr Studium beendet, weiß aber nicht, wie ihr Leben weitergehen soll. Sie lebt mit ihren aus Rumänien ausgewanderten Eltern in Deutschland, gesteht sich selbst ihre Sehnsucht nach der siebenbürgischen Heimat nicht ein. Nur ihr Vater, ein Künstler, hat seine Mutter in der Heimat regelmäßig besucht. Nun ist sie gestorben, und Sine reist mit ihm zum ersten Mal seit der Kindheit nach über 20 Jahren wieder zurück in das Dorf ihrer Großmutter Agneta, in das alte Haus mit dem großen Garten, wo sie viele Sommer bei der geliebten Großmutter verbracht hatte. Die Erinnerungen strömen auf sie ein, ihr Zauber wirkt noch immer. Das Haus, der Garten, Agnetas Hinterlassenschaften, alles weckt kostbare Erinnerungen und lässt sie erkennen, wie sehr sie diese Heimat vermisst hat und wieviel sie ihr bedeutet. Sie trifft Wegbegleiter ihrer Großeltern und Eltern, erfährt manches aus der Familiengeschichte. Auch ihren Kinderfreund Julian trifft sie wieder, gemeinsam erkunden sie die Umgebung, die herrliche Natur. Er weiß viel über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen, begleitet sie auch nach Hermannstadt, wo sie einst mit ihren Eltern lebte. Die heile Welt ihrer Kindheit existiert nicht mehr, und für die Auswanderung gab es gute Gründe. Und doch ist da eine tiefe Verbundenheit mit den Menschen, ihren Traditionen, ihren Siedlungen und der Landschaft. Eine melancholische Grundstimmung durchzieht den Roman, doch Sine schöpft aus den Erinnerungen und Erfahrungen dieser Reise wieder Kraft und Zuversicht für die Zukunft.
Iris Wolff weiß all dies meisterhaft zu schildern, in einem ruhigen, bildreichen Sprachfluss, lässt dabei Spielräume offen für die Phantasie ihrer Leser. Ich habe die Lektüre genossen.