Langsam, bilderreich, kraftvoll

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leni_d Avatar

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„Wenn Geschichten erzählt werden, wächst die Fähigkeit, die darin enthaltenen Bilder zu erkennen.“

Eine junge Frau kehrt zurück in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter, in das Haus ihrer scheinbar vergessenen Kindheit. Damit beginnt ein Prozess des Erinnerns und des Wiederfindens.
Iris Wolffs Roman „Halber Stein“ ist ein langsamer Text, der mit seiner bilderreichen Sprache Landschaften malt wie Gemälde und für die Lesenden lebendig werden lässt.
Vieles geschieht im Inneren der Protagonistin, die sich an einem Scheideweg in ihrem Leben befindet, vieles liegt in der Vergangenheit. Bild für Bild, Erinnerung für Erinnerung setzt sich diese Vergangenheit wieder zusammen. Dabei spielt nicht nur das Haus eine zentrale Rolle, das beinahe wie ein lebendiges Wesen vom Leben der Großmutter erzählt, sondern auch die umgehende Natur, die Menschen und Leben ebenso formt, wie die Menschen ihre Umgebung.
Es sind die Fragen nach Heimat, Zugehörigkeit und Fremdsein, nach dem Platz des Menschen in der ihn umgebenden Welt, nach Beständigkeit und Wandel, die von der Autorin auf dem Hintergrund der Geschichte der Sachsen in Siebenbürgen erörtert werden.