Licht und Schatten in Farbe
Dieses Buch ist ein Debütroman. Die Originalausgabe erschien bereits 2012. Vor der Lektüre, kurz davor, las ich von Iris Wolff den Roman „Lichtungen“. Es ist interessant zu lesen, was Iris Wolff in ihrem ersten Roman bereits zeigt, wie dieser angelegt ist. Von der Handlung will ich nicht reden, denn aus ihr wird jeder etwas Anderes herauslesen, andere Schwerpunkte setzen und Schlüsse ziehen. Es ist eine Geschichte voll zarter Beobachtung, aber auch kräftiger Linien. Licht spielt eine große Rolle. Iris Wolff lässt sich Zeit, Menschen, Dinge und Natur zu beschreiben, für Erinnerungen, Ahnungen und das aktuelle Geschehen. „Unter Mona Lisas Silberblick nahmen wir Platz und warteten in Ohrensesseln, die nach Staub und Lavendel rochen, auf den Kaffee, den Pfarrer Roth bei seiner Sekretärin bestellt hatte.“ Der titelgebende halbe Stein ist ein starkes Bild.