Sensuchtsort
Ich habe von Iris Wolff schon mehrere Romane gelesen und freue mich, dass ihr Debüt neu aufgelegt wird, noch dazu mit einem wunderschönen Cover, das stilistisch perfekt zu ihren anderen Büchern aus dem Klett-Cotta Verlag passt.
Stine reist mit ihrem Vater nach Siebenbürgen, weil ihre Großmutter Agneta gestorben ist. Dieser Tod markiert einen Wendepunkt im Leben der jungen Frau, die sich gerade in einer Art Vakuum zwischen beendetem Studium und Berufseinstieg befindet. Agneta war wie ein Bindeglied zu Stines alter Heimat und nun gilt es zu verhandeln, was mit dieser passieren wird.
Zwischen den Eindrücken der Gegenwart flackern bei Stine immer wieder Erinnerungsfetzen auf, von einer Kindheit in einem Land, das sie mit zehn Jahren verlassen hat und in dem scheinbar Teile von ihr zurückgeblieben sind, sodass sie nur noch als Hälfte ihrer selbst durchs Leben schreitet.
Der Roman ist nicht besonders handlungsreich und doch passiert ganz viel im Inneren. Die Fragen, die sich Stine stellt, haben auch in mir sehr viel angestoßen.
Sollen wir unseren Blick nach vorne oder zurück richten? Verlieren wir unsere Identität, wenn wir nie zurückblicken? Und können wir überhaupt etwas wirklich besitzen?
Die Siebenbürger Sachsen verließen (wie auch die Banater Schwaben) Rumänien, um im Mutterland Deutschland eine neue Heimat zu finden, doch hier weiß man bis zum heutigen Tag kaum etwas über die Minderheiten aus Rumänien. Sie werden als Ausländer wahrgenommen, obwohl ihre Muttersprache Deutsch ist.
Ich empfehle das Buch auch unbedingt jenen, die noch nichts über die Geschichte der deutschen Minderheiten im Gebiet des heutigen Rumäniens wissen, denn ohne den Romanplot zu überladen, fließt deren spannende Geschichte in die Handlung ein.
Auch aufgrund der einzigartigen Bildsprache kann man den Roman nicht weglegen. Iris Wolff schafft es, mit Wörtern so eine Atmosphäre zu schaffen, dass man beim Lesen Farben sieht, einzigartige Gerüche riecht und das Buch höchstens deswegen kurz zuklappt, um über die fein formulierten Sätze nachzudenken.
Eine ebenso zarte wie starke, sehr empfehlenswerte Lektüre.
Stine reist mit ihrem Vater nach Siebenbürgen, weil ihre Großmutter Agneta gestorben ist. Dieser Tod markiert einen Wendepunkt im Leben der jungen Frau, die sich gerade in einer Art Vakuum zwischen beendetem Studium und Berufseinstieg befindet. Agneta war wie ein Bindeglied zu Stines alter Heimat und nun gilt es zu verhandeln, was mit dieser passieren wird.
Zwischen den Eindrücken der Gegenwart flackern bei Stine immer wieder Erinnerungsfetzen auf, von einer Kindheit in einem Land, das sie mit zehn Jahren verlassen hat und in dem scheinbar Teile von ihr zurückgeblieben sind, sodass sie nur noch als Hälfte ihrer selbst durchs Leben schreitet.
Der Roman ist nicht besonders handlungsreich und doch passiert ganz viel im Inneren. Die Fragen, die sich Stine stellt, haben auch in mir sehr viel angestoßen.
Sollen wir unseren Blick nach vorne oder zurück richten? Verlieren wir unsere Identität, wenn wir nie zurückblicken? Und können wir überhaupt etwas wirklich besitzen?
Die Siebenbürger Sachsen verließen (wie auch die Banater Schwaben) Rumänien, um im Mutterland Deutschland eine neue Heimat zu finden, doch hier weiß man bis zum heutigen Tag kaum etwas über die Minderheiten aus Rumänien. Sie werden als Ausländer wahrgenommen, obwohl ihre Muttersprache Deutsch ist.
Ich empfehle das Buch auch unbedingt jenen, die noch nichts über die Geschichte der deutschen Minderheiten im Gebiet des heutigen Rumäniens wissen, denn ohne den Romanplot zu überladen, fließt deren spannende Geschichte in die Handlung ein.
Auch aufgrund der einzigartigen Bildsprache kann man den Roman nicht weglegen. Iris Wolff schafft es, mit Wörtern so eine Atmosphäre zu schaffen, dass man beim Lesen Farben sieht, einzigartige Gerüche riecht und das Buch höchstens deswegen kurz zuklappt, um über die fein formulierten Sätze nachzudenken.
Eine ebenso zarte wie starke, sehr empfehlenswerte Lektüre.