Still und poetisch - mir persönlich zu viel von beidem

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ninzi-jh Avatar

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»Halber Stein« ist ein stiller, atmosphärisch dichter Roman, der weniger von Handlung als von Erinnerung, Wahrnehmung und innerer Bewegung lebt.

Siebenbürgen wird zum kulturellen Resonanzraum, in dem persönliche Biografien und historische Erfahrungen ineinandergreifen. Herkunft, Verlust und das Gefühl geteilter Zugehörigkeit ziehen sich als leises Grundmotiv durch den Text. Der halbe Stein am Fluss wird zum Symbol für Sines eigene, gefühlte Unvollständigkeit.

Die poetisch zurückhaltende Sprache macht Orte und Landschaften sinnlich erfahrbar, ohne sie zu erklären. So entsteht ein Roman der Zwischentöne - berührend, aber zuweilen auch schwer zu fassen.

Mir persönlich fiel es bei all der Stille schwer »am Ball zu bleiben« und ich hätte mir noch etwas mehr äußere Handlung gewünscht. Außerdem war mir Sine als Hauptfigur etwas zu »weise« in ihren Überlegungen, die mir zwar häufig gefielen, gleichzeitig aber nicht so recht zu dem Bild passen wollten, das ansonsten von der Protagonistin gezeichnet wurde.