Zart, langsam, atmend.

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kaberke Avatar

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Halber Stein ist ein sehr zartes, langsames Buch. Eine Geschichte, die sich in der Natur entfaltet und Leser*in wie auf einem leichten Windhauch durch die Geschichte trägt. Das Buch handelt von Fragen wie Ankommen, Heimat und Identität. Davon, was wir aufgeben und zurücklassen, wenn wir gen Zukunft gehen, aber auch davon, dass wir bei aller Progression auch zurückblicken dürfen und dort - im Zurück - etwas auf uns warten kann. Die Protagonistin steht vor der Frage der Integration dieser beiden Anteile: der Vergangenheit, ihrer Herkunft, einen Teil, den sie lange ignoriert hat und der Zukunft. Ausgelöst durch einen traurigen Umstand reist sie zusammen mit ihrem Vater zu diesem Teil und stellt sich all den Fragen. Konfrontiert mit der Vergangenheit erleben wir mit der Protagonistin genau diese Auseinandersetzung.
Halber Stein hat mir sehr durch seine Ruhe gefallen und durch die Sanftheit, mit der ich durch die Geschichte geführt wurde. An vereinzelten Stellen ist es mir etwas schwer gefallen, mich auf die Geschichte einzulassen, aber im Großen und Ganzen hat mich der Roman sehr überzeugt. Eine Empfehlung für alle, die ruhige, tiefe Geschichten mögen und sich gerne auf malerische Szenen und Reflexionsmomente einlassen möchten.