Halbwach – oder: Endlich eine Protagonistin, die ich nicht sofort lieben muss

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
azur.blau.liest Avatar

Von

Das Cover passt perfekt zur Leseprobe: die lässige Frau im oversized Blazer, der Blick irgendwo zwischen gleichgültig und nachdenklich – das schreit nach Energie, die ich von Zoe bereits kenne, nachdem ich nur dreißig Seiten gelesen habe. Gelb auf Blau, fett und selbstbewusst. Sehr stimmig.

Der Schreibstil von Sophia Como ist angenehm direkt und ehrlich – manchmal fast provokant, aber nie oberflächlich. Die Sätze haben Tempo, die Dialoge Biss. Ich mag, dass sie nicht erklärt, sondern einfach zeigt.

Zoe ist kein Sympathieträger per se – sie ist unverblümt, manchmal schwierig, und genau das macht sie interessant. Mark ist eine Randfigur, aber die Auseinandersetzung mit ihm in Kapitel 1 sagt mehr über Zoe aus als jede klassische Charakterbeschreibung. Die Freundesgruppe wirkt lebendig und nicht klischeehaft.

Der Spannungsaufbau funktioniert subtil: nicht durch große Ereignisse, sondern durch das, was zwischen den Zeilen passiert. Der kurze Begegnung mit Mael am Ende lässt mich gespannt zurück – kein übertriebener Cliffhanger, aber ein leises Versprechen.