Starker erster Eindruck

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dina2803 Avatar

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Zoe, die Hauptfigur, ist widersprüchlich, manchmal anstrengend, verletzend und gleichzeitig erstaunlich reflektiert. Gerade diese Ambivalenz macht sie interessant. Statt einer klassischen Romance-Heldin begegnet man einer Frau, die Nähe meidet, Bindungen sabotiert und sich hinter Unabhängigkeit und Schlagfertigkeit versteckt.
Sprachlich liest sich die Leseprobe flüssig und sehr modern. Die Dialoge wirken überwiegend natürlich und transportieren die Dynamik innerhalb der Freundesgruppe glaubwürdig. Gerade die Szenen mit Marie, Juli und Levin vermitteln ein Gefühl von Vertrautheit und Beziehung.

Interessant fand ich auch die Konstellation zwischen Zoe und Mael. Die Anziehung ist sofort spürbar, wird aber nicht übermäßig dramatisiert.

Nicht alles hat mich gleichermaßen überzeugt. Einige Diskussionen, etwa über Beziehungen, Feminismus oder moderne Datingdynamiken, wirken stellenweise sehr pointiert formuliert. Manchmal sprechen die Figuren eher in Positionen als in spontanen Reaktionen. Das passt zwar zu Zoes selbstbewusstem Charakter, nimmt manchen Gesprächen aber etwas von ihrer Natürlichkeit.

Insgesamt hinterlässt die Leseprobe einen starken ersten Eindruck. Sie erzählt von Bindungsangst, Selbstschutz und den Geschichten, die Menschen sich über Liebe erzählen, ohne dabei in reine Romantisierung zu verfallen.
Ich möchte wissen, welche Erfahrungen Zoe zu der Person gemacht haben, die sie heute ist, und ob sie bereit sein wird, ihre eigenen Überzeugungen irgendwann infrage zu stellen.