authentisch kurzweilig
„Die Erkenntnis, dass nicht jeder, der Herzen bricht, automatisch ein Herzensbrecher ist. Ziemlich oft brechen wir es uns nämlich selbst, indem wir es Menschen geben, die nie darum gebeten haben.“
Zoe, 27, überzeugter Single, glaubt weder an die große Liebe noch an dauerhaft glückliche Paarbeziehungen und ist doch erfolgreiche Autorin von Liebesgeschichten. Durch die gescheiterte Ehe ihrer Eltern und das manipulierende Verhalten ihres Vaters hat sie gelernt, dass einem Liebe nur entgegengebracht wird, wenn man sich den Wünsche und Vorstellungen des Partners beugt, sein eigenes Wesen anpasst. Eine gute Beziehung ist für sie nur Illusion gespickt aus Lügen, die das Gesamtbild verschönern bzw. das Verhalten des Partners romantisieren. Aus diesem Grund schwört sie Beziehungen ab, findet ihren Spaß und ihre Lusterfüllung in unverbindlichen Verabredungen aktuell mit Mael, der sie versteht und perfekt für sie ist.
Mit ihren drei engsten Freunden macht sie das Frankfurter Nachtleben unsicher. Übertreibt auch gerne — zu deren großer Sorge, denn sie versucht meistens vergeblich, sich von dem Druck und den Erwartungen ihrer Mitmenschen zu befreien. Ihr letzter Bestseller liegt nämlich bereits einige Jahre zurück, der Verlag wünscht sich einen Fortsetzungserfolg, ein Beziehungsroman mit den beiden Figuren aus ihrem Durchbruchbuch.
„Das Wort Liebe ist für Zoe genauso fiktiv wie ihre Geschichten. Es ist einfach nur ihr Job.“ Juli über Zoe
Zoe versucht zu funktionieren, den anderen zu geben, was sie von ihr wollen. Ihren Ärger wegzulächeln oder aus einer unangenehmen Situation zu flüchten sind ihre Bewältigungsstrategien, doch funktionieren sie nicht mehr so gut, je mehr auf ihr lastet. Das Schreiben fällt ihr zunehmend schwer, denn ihre Geschichten enden üblicherweise immer genau da, wo nach ihrer Ansicht die Probleme erst richtig losgehen: mit dem Start der Beziehung. Wie soll sie über eine funktionierende Beziehung schreiben, wenn sie selbst nicht daran glaubt? Ist sie nicht eher einengend, geht mit dem Verlust der Autonomie und Ichidentität einher?
Der Icherzählerin sind wir sehr nah und erleben so unmittelbar ihre Unsicherheit und Bindungsängste, ihr eigenes problematisches Verhalten, aber vor allem auch das von ihrem Gegenüber. Ich habe so sehr auf dem Moment hingefiebert, wo sie explodiert, endlich mit ihrem Vater Tacheles redet und nichts mehr runterschluckt. Como erzählt authentisch, realistisch, sie eckt mit ihrer Hauptfigur, deren weibliche Sexualität und Weltbild an. Sie zeigt viele Facetten von Menschen und Beziehungen und zeichnet damit eine realistische moderne Welt. Auch der Weg zur Erkenntnis und Heilung fand ich sehr gefühlsstark und nachvollziehbar beschrieben.
Fazit
Ein emotional starker, kurzweiliger Roman nicht über die Suche nach der großen Liebe, sondern über die Beziehung zu sich selbst, über die Angst zu enttäuschen und in den Augen anderer nicht zu genügen sowie der Weg daraus heraus. Wunderbar zu lesen in diesem Sommer!
Zoe, 27, überzeugter Single, glaubt weder an die große Liebe noch an dauerhaft glückliche Paarbeziehungen und ist doch erfolgreiche Autorin von Liebesgeschichten. Durch die gescheiterte Ehe ihrer Eltern und das manipulierende Verhalten ihres Vaters hat sie gelernt, dass einem Liebe nur entgegengebracht wird, wenn man sich den Wünsche und Vorstellungen des Partners beugt, sein eigenes Wesen anpasst. Eine gute Beziehung ist für sie nur Illusion gespickt aus Lügen, die das Gesamtbild verschönern bzw. das Verhalten des Partners romantisieren. Aus diesem Grund schwört sie Beziehungen ab, findet ihren Spaß und ihre Lusterfüllung in unverbindlichen Verabredungen aktuell mit Mael, der sie versteht und perfekt für sie ist.
Mit ihren drei engsten Freunden macht sie das Frankfurter Nachtleben unsicher. Übertreibt auch gerne — zu deren großer Sorge, denn sie versucht meistens vergeblich, sich von dem Druck und den Erwartungen ihrer Mitmenschen zu befreien. Ihr letzter Bestseller liegt nämlich bereits einige Jahre zurück, der Verlag wünscht sich einen Fortsetzungserfolg, ein Beziehungsroman mit den beiden Figuren aus ihrem Durchbruchbuch.
„Das Wort Liebe ist für Zoe genauso fiktiv wie ihre Geschichten. Es ist einfach nur ihr Job.“ Juli über Zoe
Zoe versucht zu funktionieren, den anderen zu geben, was sie von ihr wollen. Ihren Ärger wegzulächeln oder aus einer unangenehmen Situation zu flüchten sind ihre Bewältigungsstrategien, doch funktionieren sie nicht mehr so gut, je mehr auf ihr lastet. Das Schreiben fällt ihr zunehmend schwer, denn ihre Geschichten enden üblicherweise immer genau da, wo nach ihrer Ansicht die Probleme erst richtig losgehen: mit dem Start der Beziehung. Wie soll sie über eine funktionierende Beziehung schreiben, wenn sie selbst nicht daran glaubt? Ist sie nicht eher einengend, geht mit dem Verlust der Autonomie und Ichidentität einher?
Der Icherzählerin sind wir sehr nah und erleben so unmittelbar ihre Unsicherheit und Bindungsängste, ihr eigenes problematisches Verhalten, aber vor allem auch das von ihrem Gegenüber. Ich habe so sehr auf dem Moment hingefiebert, wo sie explodiert, endlich mit ihrem Vater Tacheles redet und nichts mehr runterschluckt. Como erzählt authentisch, realistisch, sie eckt mit ihrer Hauptfigur, deren weibliche Sexualität und Weltbild an. Sie zeigt viele Facetten von Menschen und Beziehungen und zeichnet damit eine realistische moderne Welt. Auch der Weg zur Erkenntnis und Heilung fand ich sehr gefühlsstark und nachvollziehbar beschrieben.
Fazit
Ein emotional starker, kurzweiliger Roman nicht über die Suche nach der großen Liebe, sondern über die Beziehung zu sich selbst, über die Angst zu enttäuschen und in den Augen anderer nicht zu genügen sowie der Weg daraus heraus. Wunderbar zu lesen in diesem Sommer!