Das ehrliche, schmerzhafte und umarmende Porträt einer Heilungsgeschichte

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nessabo Avatar

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Ich kannte Sophia Como vorher noch nicht, bin aber beeindruckt, wie gut ihr der Eintritt in das für sie neue Genre gelungen ist. Zoes Geschichte ist schmerzhaft authentisch, kraftvoll feministisch und gleichzeitig eine wundervolle Umarmung.

Comos zugänglicher, leichtfüßiger Schreibstil fällt direkt von Beginn an auf. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Probleme, einen Zugang zur Protagonistin zu finden. Dabei hat sicherlich geholfen, dass ich mich als Millenial grundsätzlich verbunden gefühlt habe und mir Bindungsängste, wenn auch in anderer Form, in der Vergangenheit nicht fremd waren. Entsprechend kann ich sagen, dass die Darstellung sehr authentisch, glaubwürdig und stets einfühlsam ist.

Zoe ist eine starke Hauptfigur mit einigen Ecken, die wir nach und nach genauer unter die Lupe nehmen dürfen. Besonders positiv fand ich dabei die Therapiegespräche, die mir richtig unter die Haut gingen. Es wurde so präzise beschrieben, wieso Zoe Bindungen scheut, dass ich emotional völlig davon eingenommen wurde. Auch den Heilungsprozess der Protagonistin fand ich toll dargestellt, ohne dass die Autorin hier in eine vereinfachende Romantisierung abschweift. Heilung ist nicht linear und das hätte gar nicht besser abgebildet werden können.

Die Liebesgeschichte nimmt in genau dem richtigen Maß Raum ein, es ist eben keine Romance und deshalb bin ich umso zufriedener damit, wie Como das Ende geschrieben hat. Generell schafft sie es gut, an keiner Stelle in Plattitüden abzudriften und bleibt stets lebensnah. Der vorangestellte Soundtrack war für mich auch ein tolles i-Tüpfelchen.

Außerdem habe ich die feministische Färbung der Geschichte sehr gemocht. Wir finden darin einige starke Frauenfiguren, die sich trotzdem vielschichtig und verletzlich zeigen. Themen wie sexistische Rollenbilder und Belästigung werden elegant in die Handlung eingebunden, sodass ich mich leicht als Teil der fiktiven Welt fühlen konnte. Es ist sicherlich nicht über die Maßen radikal, aber das muss Unterhaltungsliteratur für mich auch nicht immer sein.

Ich empfehle diesen Roman allen, die Hauptfiguren gern auf ihrem authentischen Entwicklungsprozess begleiten und dabei auch unsichere, herausfordernde Charaktere nicht scheuen. Persönlich verbleibe ich neugierig auf die zukünftigen Romane dieser talentierten Autorin.