Ein Roman, der mitten ins Herz trifft

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mareikeunfabulous Avatar

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Es ist ein Roman, der vor allem Millennials ansprechen dürfte, insbesondere diejenigen, die sich mit Themen wie Bindungsangst, dem inneren Kind, Nähe, Selbstfindung oder Feminismus auseinandersetzen. Die Geschichte greift viele emotionale und gesellschaftliche Themen auf, die rau, ehrlich und lebensnah erzählt werden.

Ich habe das Buch stellenweise als unbequem empfunden, allerdings im positiven Sinne. Es hat mich direkt und indirekt mit eigenen Gedanken und Erfahrungen konfrontiert und dadurch immer wieder zum Innehalten gebracht. Genau das macht dieses Buch für mich so besonders: Es regt zum Nachdenken an, ohne auch nur ansatzweise belehrend zu wirken.

Sophia Comos leichter, klarer und sehr zugänglicher Schreibstil bildet einen gelungenen Kontrast zu den teilweise schweren Themen. Dadurch liest sich der Roman trotz seiner emotionalen Tiefe angenehm und flüssig. Ich habe Zoe auf ihrer Reise zu sich selbst unglaublich gern begleitet und sie sofort ins Herz geschlossen. Ihre Entwicklung wirkte authentisch, ihre Zweifel und Gefühle waren für mich jederzeit nachvollziehbar. Es war eine totale Achterbahnfahrt. Ich habe mit ihr gelitten, gehofft und mitgefiebert und wollte das Buch kaum aus der Hand legen. Trotz aller Schwere schwingt durch die gesamte Geschichte eine gewisse Leichtigkeit und Hoffnung mit.

Auch die Figuren haben mir sehr gut gefallen und tragen maßgeblich zum Gesamteindruck bei. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir Marie, Marc, Levin, Zoes Familie (ihre Mutter, ihr Vater und ihre Schwester) sowie natürlich Mael. Mael fand ich als Figur besonders spannend, weil ich ihn und seine Rolle im Verlauf der Geschichte immer wieder neu bewertet habe. Sein Verhalten war für mich oft unvorhersehbar und nicht immer leicht nachzuvollziehen, was ihn umso interessanter gemacht hat. Als besonders wichtig und richtungsweisend habe ich jedoch Sandy empfunden. Sie war für mich eine der prägendsten Figuren und hat Zoes Entwicklung auf eine sehr besondere Weise begleitet.

Für mich war Halbwach das erste Buch von Sophia Como und ganz sicher nicht das letzte. Dieser Roman war für mich eine echte Bereicherung und wird mich mit seinen Themen und Denkanstößen noch lange begleiten :)