Ein überzeugender New-Adult-Roman mit psychologischer Botschaft
Das Cover – das ich by the way recht ansprechend finde – zeigt eine junge Frau im Business-Look, die unkonventionell im Schneidersitz auf einem Stuhl hockt. Es handelt sich also um ein Motiv, das einen nicht zuallererst an einen Liebesroman denken lässt.
Aber es geht um Liebe, von der ersten bis zur letzten Seite. Und zwar in allererster Linie um Selbstliebe als Basis und Garant für jede gesunde Beziehung, ob zu Geschwistern, Eltern, Freunden oder einem Partner.
Die Protagonistin Zoe, eine Liebesromanautorin, lehnt paradoxerweise in ihrem wahren Leben eine Beziehung ab. Die attraktive junge Frau wirkt selbstsicher, aber gleichzeitig kalt und unnahbar und lässt nur körperliche Nähe zu.
Beim Kennenlernen eines Mannes ist sie insofern ehrlich, dass sie von vornherein jegliche Bindung ausschließt. Sollte einer dem Trugschluss unterliegen, Zoe doch über die Bettkante hinaus von sich überzeugen zu können, wird er kurzerhand abserviert.
Zoe gewinnt in der ersten Hälfte des Romanes einerseits Sympathiepunkte, weil sie souverän wirkt, in Sachen Mode und Lebensstil stylisch ist und sich als erfolgreiche Bestseller-Autorin positionieren kann. Aber andererseits befremdet ihre Kälte und ihre Missgunst gegenüber ihrer Schwester und den engsten Freunden.
Diese negativen Züge, die dem Leser häppchenweise in den den Kapiteln vorangestellten Tagebucheinträgen aus dem Jahr 2019 präsentiert werden, wirkten auf mich zunächst unzusammenhängend und buchstäblich abstoßend. Erst am Ende löst der Roman diesen Kontext schlüssig auf.
Als sie Mael kennenlernt, kommt ihr bisheriges Weltbild ins Wanken. Außerdem gerät sie in eine tiefe Schreibkrise und kann die Forderungen ihres Verlages nicht umsetzen. Durch therapeutische Hilfe und ihre Freunde begreift sie nach und nach, warum sie ist, wie sie ist und welche Rolle dabei auch ihre Familie spielt.
Ihr Kumpel Levin, der sie zwar als Erster durchschaut, bleibt als Charakter leider völlig blass. Er fungiert eher als schemenhafte Figur, an der sich die Hauptperson abarbeitet, anstatt ein echter, tiefgründiger Gegenpart zu sein.
Mich hat es überzeugt, dass die Autorin sich im Roman unterhaltsam mit Psychologie auseinandersetzt, denn das hilft jungen Menschen, etwas für ihr eigenes Leben zu lernen.
Allerdings wirkte das erste Drittel mit seinem Lifestyle-Gehabe eher oberflächlich auf mich. Im Nachhinein muss ich jedoch anerkennen, dass diese Oberflächlichkeit eben auf dem Blickwinkel der Protagonistin vor ihrer Persönlichkeitsentwicklung beruht. Ab der zweiten Hälfte wird der Roman tiefgründig und weist eine gehörige Portion Spannung auf.
Das exzessive und als cool dargestellte Nachtleben, in dem sich Zoe mit ihren Freunden bewegt, habe ich sehr kritisch hinterfragt. In der Realität ist das extrem teuer. Junge Menschen laufen Gefahr, sich zu verschulden, anstatt für ihre Zukunft vorzusorgen. Daher hat es mich umso mehr überrascht und auch beruhigt, dass auch die Protagonistin nach ihrer Läuterung einen ähnlich kritischen Blick auf solche Scheinwelten wirft.
Allerdings bedaure ich, dass vor allem in typischer Frauenliteratur solche psychologischen Zugänge aufgezeigt werden. Da Männern in ihrer Lektüre kaum Stoffe geboten werden, die sich mit emotionaler Reife auseinandersetzen, bleibt die Beziehungsarbeit letztendlich wieder einseitig an den Frauen hängen. Es wäre wünschenswert, solche wichtigen psychologischen Themen so zu verpacken, dass sie beide Geschlechter gleichermaßen ansprechen, anstatt diese literarische Trennung weiter voranzutreiben.
Prinzipiell wichtig und bewusstseinserweiternd fand ich, dass im Roman entschieden feministische Forderungen gestellt werden. Allerdings schießt die Umsetzung an manchen Stellen mit der Holzhammer-Methode über das Ziel hinaus und wirkt zu plakativ. Als Beispiel sei eine Szene genannt, in der Zoe in einer lauten Bar von einem Mann verbal bedrängt wird. Eine Frau greift ein, und es folgt das pauschale Urteil, dass die Männer nicht geholfen haben. Das geht logisch nicht auf, denn in einer lauten Bar können Außenstehende den genauen Wortlaut gar nicht mitbekommen.
Fazit: Trotz kleiner Schwächen ein unterhaltsamer, spannender, ja sogar lehrreicher Roman, der an keiner Stelle kitschig ist.
Aber es geht um Liebe, von der ersten bis zur letzten Seite. Und zwar in allererster Linie um Selbstliebe als Basis und Garant für jede gesunde Beziehung, ob zu Geschwistern, Eltern, Freunden oder einem Partner.
Die Protagonistin Zoe, eine Liebesromanautorin, lehnt paradoxerweise in ihrem wahren Leben eine Beziehung ab. Die attraktive junge Frau wirkt selbstsicher, aber gleichzeitig kalt und unnahbar und lässt nur körperliche Nähe zu.
Beim Kennenlernen eines Mannes ist sie insofern ehrlich, dass sie von vornherein jegliche Bindung ausschließt. Sollte einer dem Trugschluss unterliegen, Zoe doch über die Bettkante hinaus von sich überzeugen zu können, wird er kurzerhand abserviert.
Zoe gewinnt in der ersten Hälfte des Romanes einerseits Sympathiepunkte, weil sie souverän wirkt, in Sachen Mode und Lebensstil stylisch ist und sich als erfolgreiche Bestseller-Autorin positionieren kann. Aber andererseits befremdet ihre Kälte und ihre Missgunst gegenüber ihrer Schwester und den engsten Freunden.
Diese negativen Züge, die dem Leser häppchenweise in den den Kapiteln vorangestellten Tagebucheinträgen aus dem Jahr 2019 präsentiert werden, wirkten auf mich zunächst unzusammenhängend und buchstäblich abstoßend. Erst am Ende löst der Roman diesen Kontext schlüssig auf.
Als sie Mael kennenlernt, kommt ihr bisheriges Weltbild ins Wanken. Außerdem gerät sie in eine tiefe Schreibkrise und kann die Forderungen ihres Verlages nicht umsetzen. Durch therapeutische Hilfe und ihre Freunde begreift sie nach und nach, warum sie ist, wie sie ist und welche Rolle dabei auch ihre Familie spielt.
Ihr Kumpel Levin, der sie zwar als Erster durchschaut, bleibt als Charakter leider völlig blass. Er fungiert eher als schemenhafte Figur, an der sich die Hauptperson abarbeitet, anstatt ein echter, tiefgründiger Gegenpart zu sein.
Mich hat es überzeugt, dass die Autorin sich im Roman unterhaltsam mit Psychologie auseinandersetzt, denn das hilft jungen Menschen, etwas für ihr eigenes Leben zu lernen.
Allerdings wirkte das erste Drittel mit seinem Lifestyle-Gehabe eher oberflächlich auf mich. Im Nachhinein muss ich jedoch anerkennen, dass diese Oberflächlichkeit eben auf dem Blickwinkel der Protagonistin vor ihrer Persönlichkeitsentwicklung beruht. Ab der zweiten Hälfte wird der Roman tiefgründig und weist eine gehörige Portion Spannung auf.
Das exzessive und als cool dargestellte Nachtleben, in dem sich Zoe mit ihren Freunden bewegt, habe ich sehr kritisch hinterfragt. In der Realität ist das extrem teuer. Junge Menschen laufen Gefahr, sich zu verschulden, anstatt für ihre Zukunft vorzusorgen. Daher hat es mich umso mehr überrascht und auch beruhigt, dass auch die Protagonistin nach ihrer Läuterung einen ähnlich kritischen Blick auf solche Scheinwelten wirft.
Allerdings bedaure ich, dass vor allem in typischer Frauenliteratur solche psychologischen Zugänge aufgezeigt werden. Da Männern in ihrer Lektüre kaum Stoffe geboten werden, die sich mit emotionaler Reife auseinandersetzen, bleibt die Beziehungsarbeit letztendlich wieder einseitig an den Frauen hängen. Es wäre wünschenswert, solche wichtigen psychologischen Themen so zu verpacken, dass sie beide Geschlechter gleichermaßen ansprechen, anstatt diese literarische Trennung weiter voranzutreiben.
Prinzipiell wichtig und bewusstseinserweiternd fand ich, dass im Roman entschieden feministische Forderungen gestellt werden. Allerdings schießt die Umsetzung an manchen Stellen mit der Holzhammer-Methode über das Ziel hinaus und wirkt zu plakativ. Als Beispiel sei eine Szene genannt, in der Zoe in einer lauten Bar von einem Mann verbal bedrängt wird. Eine Frau greift ein, und es folgt das pauschale Urteil, dass die Männer nicht geholfen haben. Das geht logisch nicht auf, denn in einer lauten Bar können Außenstehende den genauen Wortlaut gar nicht mitbekommen.
Fazit: Trotz kleiner Schwächen ein unterhaltsamer, spannender, ja sogar lehrreicher Roman, der an keiner Stelle kitschig ist.