Fesselnd

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kaylaliest Avatar

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Schon das Cover und der Titel wirken provokant und machen sofort neugierig. Beides deutet auf eine Geschichte hin, die unbequem, ehrlich und emotional intensiv ist und genau diesen Eindruck bestätigt auch die Leseprobe.

Die Hauptfigur Waldo ist roh, direkt und voller innerer Widersprüche. Sie ist verletzlich und zugleich schonungslos ehrlich, witzig und gleichzeitig von Einsamkeit und Sehnsucht geprägt. Gerade diese Unangepasstheit macht sie zu einer faszinierenden Erzählerin, deren Gedanken man aufmerksam folgt.

Besonders spannend finde ich, wie das Buch Themen wie Begehren, Machtverhältnisse, Selbstwert und Identität aufgreift, ohne sie zu beschönigen oder eindeutig zu bewerten. Die Beziehung zu ihrem Lehrer wirkt nicht romantisiert, sondern komplex, ambivalent und emotional aufgeladen.

Der Erzählstil ist eindringlich, pointiert und durchzogen von schwarzem Humor. Er schafft es, Nähe zu erzeugen und gleichzeitig Distanz zu wahren, sodass man als Leserin ständig zwischen Mitgefühl, Unbehagen und Neugier schwankt.

Das Buch verspricht ein intensives, mutiges Leseerlebnis, das noch lange nachhallen wird.