Schonungslos, provokant – und nicht immer leicht auszuhalten
Jennette McCurdy schreibt radikal offen, roh und oft bewusst provokant über Begehren, Körper, Konsum und Machtgefälle. Die Ich-Erzählerin Waldo ist klug, verletzlich und zugleich selbstzerstörerisch, ihre Gedanken wirken messerscharf und schmerzhaft ehrlich. Stilistisch ist das beeindruckend, aber auch anstrengend: Die permanente Zuspitzung, die explizite Sprache und die obsessive Fixierung auf Körper und Anerkennung erzeugen Distanz. Die Leseprobe fesselt, fordert jedoch viel aus – emotional wie moralisch. Ein starkes, relevantes Buch, das polarisiert und nicht jedem gefallen wird.