„Begehren ist keine Liebe, aber manchmal das Einzige, was bleibt.“
„Half His Age“ ist laut, roh und gnadenlos ehrlich. Jennette McCurdy erzählt die Geschichte von Waldo, einer jungen Frau voller Widersprüche: gierig und verletzlich, wütend und sehnsüchtig, naiv und zugleich erschreckend klar. Waldo will viel – Aufmerksamkeit, Nähe, Bedeutung. Am meisten aber will sie ihren verheirateten Lehrer für kreatives Schreiben. Warum, weiß sie selbst nicht genau. Vielleicht, weil er sie sieht. Vielleicht, weil sie sich in ihm spiegelt. Vielleicht, weil Leere nach irgendetwas greifen muss.
McCurdy romantisiert nichts. Im Gegenteil: Sie legt Machtmissbrauch, Abhängigkeiten und Selbsttäuschungen schonungslos offen. Der Altersunterschied, das Begehren, die Intimität – all das wird nicht weichgezeichnet, sondern in seiner ganzen Unbequemlichkeit gezeigt. Explizit, derb, stellenweise obszön, aber nie selbstzweckhaft. Sex ist hier kein Versprechen von Nähe, sondern oft Ausdruck von Einsamkeit.
Waldo wächst mit einer emotional abwesenden Mutter auf und sucht Halt dort, wo sie ihn bekommt: in exzessivem Konsum, Fast Fashion, Make-up, Sexualität. Sie benennt diese Strategien selbst als das, was sie sind – Versuche, Selbstwert zu kaufen. Darin liegt eine große Stärke des Romans: Er spricht aus, was viele denken, oft unbewusst. Weibliche Wut, Scham, Begehren und Verletzlichkeit werden nicht geglättet, sondern zugelassen.
Die Prosa ist geradlinig, klar, frei von pseudo-intellektuellem Ballast. Der Ton wirkt so authentisch wie die Erzählerin selbst. „Half His Age“ ist weniger Handlung als Charakterstudie – ein unangenehm intimer Blick auf Einsamkeit, Klassenunterschiede, Identitätsfindung und toxische Dynamiken. Provokant, emotional aufwühlend und kompromisslos ehrlich. Ein Roman, der wehtut – und genau deshalb hängen bleibt.
McCurdy romantisiert nichts. Im Gegenteil: Sie legt Machtmissbrauch, Abhängigkeiten und Selbsttäuschungen schonungslos offen. Der Altersunterschied, das Begehren, die Intimität – all das wird nicht weichgezeichnet, sondern in seiner ganzen Unbequemlichkeit gezeigt. Explizit, derb, stellenweise obszön, aber nie selbstzweckhaft. Sex ist hier kein Versprechen von Nähe, sondern oft Ausdruck von Einsamkeit.
Waldo wächst mit einer emotional abwesenden Mutter auf und sucht Halt dort, wo sie ihn bekommt: in exzessivem Konsum, Fast Fashion, Make-up, Sexualität. Sie benennt diese Strategien selbst als das, was sie sind – Versuche, Selbstwert zu kaufen. Darin liegt eine große Stärke des Romans: Er spricht aus, was viele denken, oft unbewusst. Weibliche Wut, Scham, Begehren und Verletzlichkeit werden nicht geglättet, sondern zugelassen.
Die Prosa ist geradlinig, klar, frei von pseudo-intellektuellem Ballast. Der Ton wirkt so authentisch wie die Erzählerin selbst. „Half His Age“ ist weniger Handlung als Charakterstudie – ein unangenehm intimer Blick auf Einsamkeit, Klassenunterschiede, Identitätsfindung und toxische Dynamiken. Provokant, emotional aufwühlend und kompromisslos ehrlich. Ein Roman, der wehtut – und genau deshalb hängen bleibt.