Brutal ehrlich und ungeschönt
Man könnte meinen nach dem Lesen des Klappentextes wüsste man, was einen erwartet. Der Verlauf und auch das Ende der Geschichte scheinen direkt vorab klar. Was ich jedoch nicht erwartet hätte, ist die Brutalität und die ungeschönte Wahrheit, die die Autorin hier beschreibt. Die Sprache ist hart und rau und genau durch diese Prägnanz entwickelt sich schnell eine Sogwirkung, die dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Kernelement ist dabei am Ende gar nicht die vermeintliche Liebesgeschichte, auch wenn diese viel Raum einnimmt. Es geht um Herkunft, Rollenbilder, den Platz in der Gesellschaft. Um Ambitionen und Alltag und ganz besonders um Macht. Die Erwartungen an das Buch sollten vorab klar sein. Es handelt sich eben nicht um eine Liebesgeschichte oder romantische Schwärmerei. Man erhält einen brutal ehrlichen Roman über die ungleiche Verteilung von Macht in der Gesellschaft und in Beziehungen. Meiner Empfehlung nach würde es gut tun, vor dem Kauf ein paar Seiten Probe zu lesen, da die Sprache vermutlich nicht für jedermann ist. Dennoch ein fantastischer Debütroman.