Jahres-Highlight!
Jennette McCurdys zweites Buch und Debütroman hat mich regelrecht aus den Socken gehauen. Er hat es erneut geschafft, mich aus einer Leseflaute zu holen, mich mit ihrem Schreiben vollkommen in den Bann zu ziehen und das Buch förmlich durchzubingen.
In „Half His Age“ begleitet man die 17-jährige Waldo, die zwischen Abschlussjahrgang, Nebenjob, Shopping als Bewältigungsstrategie, Spätpubertät und einem viel zu frühen Erwachsenwerden versucht, ihren Platz zu finden. Als sie sich in ihren Lehrer Mr. Korgy verguckt, nimmt die Geschichte eine beklemmende Wendung. Ich vermeide bewusst das Wort „verliebt“, denn das massive Machtgefälle zwischen den beiden ist allgegenwärtig:
er – ihr Lehrer; sie – seine Schülerin.
er – doppelt so alt; sie – minderjährig.
er – gebildet, etabliert, Teil der gut situierten Mittelschicht;
sie – mit ihrer Mutter allein aufgewachsen, aus der sozialen Unterschicht, früh gezwungen, auf sich selbst gestellt zu sein.
Trotzdem lässt sich Korgy auf eine Affäre ein – und die Misere nimmt ihren Lauf.
Die Darstellung dieser Beziehung ist erschreckend eindrücklich, eindeutig und stellenweise kaum auszuhalten, gerade weil sie so realistisch ist. McCurdy schreibt brutal ehrlich, direkt, manchmal unangenehm, fast eklig – und schafft es selbst in den dunkelsten Momenten, eine feine, treffende Prise Humor einzubauen. Der Roman bricht mit Klischees, bestätigt sie teilweise, um dann doch wieder unerwartete Wege einzuschlagen. Was mir jedoch am stärksten im Gedächtnis geblieben ist, ist Waldos innere Stärke und ihr unermüdlicher Kampfgeist.
McCurdy legt in ihrem Roman gleichermaßen Wert auf eine starke Handlung wie auf vielschichtige Charaktere und glaubwürdige zwischenmenschliche Dynamiken. Als Leser*in fällt es stellenweise schwer, Waldos Entscheidungen oder Emotionen nachzuvollziehen – und doch bleibt sie stets nahbar. Sie ist eine Protagonistin, die einem trotz (oder gerade wegen) ihrer Widersprüche sehr ans Herz wächst.
Dieses Buch war eine enorme Bereicherung für mich, und ich werde es mit voller Überzeugung weiterempfehlen. Sollte ich jemals die Gelegenheit haben, Jennette McCurdy eine einzige Sache mitzuteilen, dann diese: Bitte hör niemals auf zu schreiben.
In „Half His Age“ begleitet man die 17-jährige Waldo, die zwischen Abschlussjahrgang, Nebenjob, Shopping als Bewältigungsstrategie, Spätpubertät und einem viel zu frühen Erwachsenwerden versucht, ihren Platz zu finden. Als sie sich in ihren Lehrer Mr. Korgy verguckt, nimmt die Geschichte eine beklemmende Wendung. Ich vermeide bewusst das Wort „verliebt“, denn das massive Machtgefälle zwischen den beiden ist allgegenwärtig:
er – ihr Lehrer; sie – seine Schülerin.
er – doppelt so alt; sie – minderjährig.
er – gebildet, etabliert, Teil der gut situierten Mittelschicht;
sie – mit ihrer Mutter allein aufgewachsen, aus der sozialen Unterschicht, früh gezwungen, auf sich selbst gestellt zu sein.
Trotzdem lässt sich Korgy auf eine Affäre ein – und die Misere nimmt ihren Lauf.
Die Darstellung dieser Beziehung ist erschreckend eindrücklich, eindeutig und stellenweise kaum auszuhalten, gerade weil sie so realistisch ist. McCurdy schreibt brutal ehrlich, direkt, manchmal unangenehm, fast eklig – und schafft es selbst in den dunkelsten Momenten, eine feine, treffende Prise Humor einzubauen. Der Roman bricht mit Klischees, bestätigt sie teilweise, um dann doch wieder unerwartete Wege einzuschlagen. Was mir jedoch am stärksten im Gedächtnis geblieben ist, ist Waldos innere Stärke und ihr unermüdlicher Kampfgeist.
McCurdy legt in ihrem Roman gleichermaßen Wert auf eine starke Handlung wie auf vielschichtige Charaktere und glaubwürdige zwischenmenschliche Dynamiken. Als Leser*in fällt es stellenweise schwer, Waldos Entscheidungen oder Emotionen nachzuvollziehen – und doch bleibt sie stets nahbar. Sie ist eine Protagonistin, die einem trotz (oder gerade wegen) ihrer Widersprüche sehr ans Herz wächst.
Dieses Buch war eine enorme Bereicherung für mich, und ich werde es mit voller Überzeugung weiterempfehlen. Sollte ich jemals die Gelegenheit haben, Jennette McCurdy eine einzige Sache mitzuteilen, dann diese: Bitte hör niemals auf zu schreiben.