Machtgefälle

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sirjana Avatar

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Ich war komplett überzeugt von Jennette McCurdys erstem Buch „I‘m glad my mom died“ und wollte unbedingt ihr nächstes Buch lesen.
Ich hatte nicht damit gerechnet das ich mich so… angeekelt fühlen würde. Es war wirklich schwierig zu lesen. Aber das ist nicht unbedingt etwas schlechtes.
Es handelt von einer Schüler- Lehrer Beziehung und ich befürworte es, das es nicht romantisch beschrieben ist.

Das Buch ist aus der Perspektive einer 17 jährigen Schülerin geschrieben. Sie ist sehr offen damit das sie eine schwierige Kindheit hatte und noch hat. Erzählt auch im Unterricht davon und weckt das Interesse des Englischlehrers. Als jemand, der gelernt hat das man sich die Aufmerksamkeit von seinen Eltern und auch Männern verdienen muss, fühlt sie sich zu den schwierigen Beziehungen hingezogen. Selbst wenn sie die Möglichkeit hat, mit einem Jungen in ihrem Alter zusammenzukommen, ist er ihr zu sauber, zu formlos und nicht spannend genug.
Stattdessen fühlt sie sich von Anfang an zu ihrem Lehrer hingezogen. Fantasiert von ihm. Versucht seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Aus ihrer Perspektive ist sie es, die verführt. Die Macht hat. Und ihr Lehrer bestärkt sie darin. Manipuliert sie auf eine Weise, die sie selbst nicht wahrnimmt.
Dabei beschreibt sie ihn auf die unattraktivste Weise die ich mir vorstellen könnte. Ich fühlte mich physisch abgestoßen von diesem Mann.
Dabei geht es Waldo vermutlich genauso.
Sie braucht nur länger um zu verstehen das ihr Körper sich angeekelt fühlt.
Sie ist zu sehr berauscht davon Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie fühlt sich gesehen. Besonders. Möchte das Verbotene. Glaubt es zu verdienen.
Sieht dabei nicht, das sie von einem Erwachsenen missbraucht wird, der es besser wissen muss und die Verantwortung auf sie abschiebt.

Somit war das Buch nicht, wie ich es mir von Beschreibungen vorgestellt habe. Ich fand es nicht witzig, wurde nicht wütend.
Ich fühlte mich angewidert, als wäre ich selbst in der Situation.
Zuweilen war mir die Darstellung des Teenagers zu unnatürlich. Ihr Kaufsucht zu reflektiert. Die Sprache zu einfach.
Ich konnte aber nachvollziehen wie Waldo in dieser Beziehung gelandet ist und fand es gut, das sie nicht das typisch hilflose Mädchen war.