Mr. Korgy
Meine Meinung
Beim Lesen von "Half His Age" hatte ich das Gefühl, in eine Geschichte zu geraten, die mich gleichzeitig angezogen und abgestoßen hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dieses Buch nicht für jedermanns Geschmack ist.
Im Zentrum steht eine Beziehung zwischen einer minderjährigen Protagonistin und einem deutlich älteren Mann, die nicht als klassische Liebesgeschichte erzählt wird, sondern als Ausdruck von Machtgefällen, emotionaler Abhängigkeit und innerer Orientierungslosigkeit.
Waldo als Protagonistin hat mich immer wieder überrascht. Sie wirkt sehr impulsiv und zeitgleich verletzlich. Für ihr Alter kommt sie mir sehr reif vor, was man auch nachvollziehen kann, als man im Lauf der Geschichte die Zusammenhänge ihrer Mutter, Erziehung und Kindheit erfährt.
Ich konnte Waldo Entscheidungen nicht immer nachvollziehen, doch ich habe verstanden, warum sie sich in bestimmte Situationen hineinziehen lässt.
Inhaltlich kreist der Roman weniger um Sexualität als um Anerkennung, Selbstwert und das Bedürfnis, gesehen zu werden.
Es gibt keine romantische Atmosphäre, es ist eher ein Nervenkitzel, ein Sog, der mich immer weiter in die Gedankenwelt der Protagonistin hineinzieht. Was mich am stärksten beeindruckt hat, ist die Offenheit, mit der die Autorin die innere Zerrissenheit zeigt.
Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Schwere, aber auch von Verständnis. Nicht für die Beziehung selbst, sondern für die Art, wie Menschen in Situationen geraten können, die ihnen nicht guttun.
Insgesamt hat mir das Buch sprachlich sehr gut gefallen. Half His Age ist jedoch kein gefälliges Buch und will es denke ich auch nicht sein. Es richtet sich an ein Publikum, das bereit ist, Ambivalenz auszuhalten und sich mit moralisch schwierigen Themen ohne klare Auflösung auseinanderzusetzen.
Klappentext
Waldo ist gierig. Notgeil. Direkt. Naiv. Weise. Impulsiv. Einsam. Wütend. Stark. Verletzt. Clever. Sie will so unendlich viel, und das, was sie am meisten will, ist: Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben, mit Frau und Kind, mit der Hypothek und den Rechnungen, mit den toten Träumen, der verblassten Attraktivität und dem immer größer werdenden Bäuchlein. Sie weiß nicht, warum sie ihn will. Ist es seine Leidenschaft? Seine Lebenserfahrung? Die Tatsache, dass er Bücher und Filme und Dinge kennt, die sie nicht kennt? Oder ist es etwas noch Reineres, etwas, das in ihrer unwahrscheinlichen Verbindung liegt, in ihrer Seelenverwandtschaft, in dem ähnlichen Filter, durch den sie beide die Welt um sich herum betrachten? Oder vielleicht reicht schon die Tatsache, dass er sie sieht? Wo es doch sonst niemand tut?
Über die Autorin
Jennette McCurdy war eine der Hauptdarstellerinnen in Nickelodeons Hit-Serie iCarly, deren Spin-off Sam & Cat sowie in der Netflix-Serie Between. Im Jahr 2017 beendete sie ihre Karriere als Schauspielerin und begann als Regisseurin und Drehbuchautorin zu arbeiten. Ihre Filme wurden im Rahmen vieler Festivals gezeigt, darunter das Florida Film Festival, Salute Your Shorts Film Festival, Short of the Week und einige andere. Ihre Essays erschienen in der Huffington Post und im Wall Street Journal. Ihre One-Woman-Show I’m Glad My Mom Died hatte zwei ausverkaufte Aufführungen im Lyric Hyperion und im Hudson Theatre in Los Angeles. Sie moderiert den Podcast Empty Inside, der Top-Platzierungen in den Apple-Charts erreichte und in dem sie mit Gästen über unangenehme Themen spricht. Sie lebt in Los Angeles.
Quelle: Verlag / vlb
Beim Lesen von "Half His Age" hatte ich das Gefühl, in eine Geschichte zu geraten, die mich gleichzeitig angezogen und abgestoßen hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dieses Buch nicht für jedermanns Geschmack ist.
Im Zentrum steht eine Beziehung zwischen einer minderjährigen Protagonistin und einem deutlich älteren Mann, die nicht als klassische Liebesgeschichte erzählt wird, sondern als Ausdruck von Machtgefällen, emotionaler Abhängigkeit und innerer Orientierungslosigkeit.
Waldo als Protagonistin hat mich immer wieder überrascht. Sie wirkt sehr impulsiv und zeitgleich verletzlich. Für ihr Alter kommt sie mir sehr reif vor, was man auch nachvollziehen kann, als man im Lauf der Geschichte die Zusammenhänge ihrer Mutter, Erziehung und Kindheit erfährt.
Ich konnte Waldo Entscheidungen nicht immer nachvollziehen, doch ich habe verstanden, warum sie sich in bestimmte Situationen hineinziehen lässt.
Inhaltlich kreist der Roman weniger um Sexualität als um Anerkennung, Selbstwert und das Bedürfnis, gesehen zu werden.
Es gibt keine romantische Atmosphäre, es ist eher ein Nervenkitzel, ein Sog, der mich immer weiter in die Gedankenwelt der Protagonistin hineinzieht. Was mich am stärksten beeindruckt hat, ist die Offenheit, mit der die Autorin die innere Zerrissenheit zeigt.
Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Schwere, aber auch von Verständnis. Nicht für die Beziehung selbst, sondern für die Art, wie Menschen in Situationen geraten können, die ihnen nicht guttun.
Insgesamt hat mir das Buch sprachlich sehr gut gefallen. Half His Age ist jedoch kein gefälliges Buch und will es denke ich auch nicht sein. Es richtet sich an ein Publikum, das bereit ist, Ambivalenz auszuhalten und sich mit moralisch schwierigen Themen ohne klare Auflösung auseinanderzusetzen.
Klappentext
Waldo ist gierig. Notgeil. Direkt. Naiv. Weise. Impulsiv. Einsam. Wütend. Stark. Verletzt. Clever. Sie will so unendlich viel, und das, was sie am meisten will, ist: Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben, mit Frau und Kind, mit der Hypothek und den Rechnungen, mit den toten Träumen, der verblassten Attraktivität und dem immer größer werdenden Bäuchlein. Sie weiß nicht, warum sie ihn will. Ist es seine Leidenschaft? Seine Lebenserfahrung? Die Tatsache, dass er Bücher und Filme und Dinge kennt, die sie nicht kennt? Oder ist es etwas noch Reineres, etwas, das in ihrer unwahrscheinlichen Verbindung liegt, in ihrer Seelenverwandtschaft, in dem ähnlichen Filter, durch den sie beide die Welt um sich herum betrachten? Oder vielleicht reicht schon die Tatsache, dass er sie sieht? Wo es doch sonst niemand tut?
Über die Autorin
Jennette McCurdy war eine der Hauptdarstellerinnen in Nickelodeons Hit-Serie iCarly, deren Spin-off Sam & Cat sowie in der Netflix-Serie Between. Im Jahr 2017 beendete sie ihre Karriere als Schauspielerin und begann als Regisseurin und Drehbuchautorin zu arbeiten. Ihre Filme wurden im Rahmen vieler Festivals gezeigt, darunter das Florida Film Festival, Salute Your Shorts Film Festival, Short of the Week und einige andere. Ihre Essays erschienen in der Huffington Post und im Wall Street Journal. Ihre One-Woman-Show I’m Glad My Mom Died hatte zwei ausverkaufte Aufführungen im Lyric Hyperion und im Hudson Theatre in Los Angeles. Sie moderiert den Podcast Empty Inside, der Top-Platzierungen in den Apple-Charts erreichte und in dem sie mit Gästen über unangenehme Themen spricht. Sie lebt in Los Angeles.
Quelle: Verlag / vlb