Provokant und empathisch

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Wie so viele andere habe auch ich Half his Age gelesen und ich verstehe den Hype. Jennette McCurdy schafft es, eine Geschichte zu erzählen die gleichzeitig verstörend und doch entwaffnend menschlich ist. Waldo ist eine komplexe Protagonistin. Sie ist klug, verletzlich und stetig zwischen ihrem Selbsthass und Sehnsucht gefangen. Ihre Obsession im Verhältnis zu Mr. Korgy ist eher eine Lehrstunde in toxischen Dynamiken als eine Liebesgeschichte. Der Kontrast zwischen fehlender Nähe in Ihrer Familie und der Suche nach Nähe zu Ihm tut weh.

Der Schreibstil ist direkt, schonungslos und manchmal witzig. McCurdy schreibt keine tragische Heldin, sondern zeigt die Verwirrung Heranwachsender die in schlechten Entscheidungen gipfelt.

Leider fand ich den Mittelteil etwas zu langgezogen und hat mein Interesse nicht gut gehalten. Das Ende ist vorhersehbar, aber emotional passend gewählt.

Es wären ein paar Content-Warnungen abgebracht.