Roh und pur

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hundeliebhaberin Avatar

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Die 17-jährige Waldo kommt aus einfachen Verhältnissen und muss sehr viel Verantwortung für sich selbst übernehmen, weil ihre Mutter kaum da ist und die Typen in ihrem Leben priorisiert. Waldos Freundin Franny ist streng religiös und regelgeleitet, weshalb sie für Waldos Inneres nur selten Verständnis aufbringt. Waldo ist einsam, stark, verletzt und sehnt sich nach Aufmerksamkeit und Geborgenheit.
Sie entwickelt eine Begierde für ihren Lehrer für kreatives Schreiben: Mr. Korgy ist über 40, hat Frau und Kind und ist als Lehrer für Waldo tabu. Doch ihr Begehren wird immer stärker, sie kämpft um seine Aufmerksamkeit und dann um Liebe.

Jennette McCurdy schreibt roh, ungeschönt und vulgär, was nach meinem Empfinden sehr gut zu Waldo, ihren Sehnsüchten und vor allem ihrem Begehren passt. Die Kapitel sind kurz und haben auf mich eine regelrechte Sogwirkung entwickelt, da ich unbedingt mehr über Waldos Gedanken, ihr Handeln und die Entwicklung zwischen ihr und Mr. Korgy erfahren wollte. Das Ende war absehbar und ist meiner Meinung nach auch ein sehr gut gewähltes und für die Geschichte passendes Ende. Den Weg dorthin habe ich sehr gern und teilweise angespannt verfolgt. Auch die expliziten Szenen fand ich im Ton und in der Art der Darstellung passend gewählt.
Ein roher, authentischer Roman über Einsamkeit, Identitätsfindung, Vernachlässigung, Sehnsüchten, Klassenunterschieden und das Erwachsenwerden mit unsicheren Rahmenbedingungen.