Ungemütlich, mitreißend, berührend
Waldo wächst mit einer vernachlässigenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen in Alaska auf. Sie versucht, die Lücken in ihrem Leben mit Sex und Konsum zu stopfen. Mit ihrem neuen Englischlehrer Mr. Korgy scheint es endlich jemanden zu geben, der Waldo wirklich sieht.
Ich habe Jennette McCurdys Memoir geliebt und mich daher sehr auf ihr Romandebüt gefreut. Umso mehr freut es mich, dass es mir richtig gut gefallen hat. Es ist ein Buch, das verstört, aber zugleich sehr intelligent Themen wie Konsum und Klassismus verhandelt – und trotz all der Düsternis immer wieder überraschend witzig ist.
Waldo ist eine faszinierende Protagonistin. Sie musste viel zu früh zu viel Verantwortung übernehmen und sieht vieles klarer als Gleichaltrige. Ihren exzessiven Konsum von Fast Fashion und Make-up ordnet sie selbst eindeutig als Bewältigungsstrategie ein. Sie reflektiert darüber, wie sie – und viele andere Frauen – versuchen, sich durch Kleidung und Kosmetik Selbstwert zu erkaufen. Oder darüber, wie sie sich an männliche Gegenüber anpassen, um ihnen zu gefallen. Waldo ist intelligent, beobachtet scharf und treffend, durchschaut vieles, schafft es aber trotzdem nicht, aus ihren eigenen Mustern auszubrechen. Ziemlich klar erkennt sie die leeren Phrasen und hohlen Versprechungen von Mr. Korgy – und verfällt ihm dennoch.
„Half his age“ tut weh beim Lesen, gerade weil es so ehrlich und unbequem ist. Ein Buch, das lange im Kopf bleibt.
Ich habe Jennette McCurdys Memoir geliebt und mich daher sehr auf ihr Romandebüt gefreut. Umso mehr freut es mich, dass es mir richtig gut gefallen hat. Es ist ein Buch, das verstört, aber zugleich sehr intelligent Themen wie Konsum und Klassismus verhandelt – und trotz all der Düsternis immer wieder überraschend witzig ist.
Waldo ist eine faszinierende Protagonistin. Sie musste viel zu früh zu viel Verantwortung übernehmen und sieht vieles klarer als Gleichaltrige. Ihren exzessiven Konsum von Fast Fashion und Make-up ordnet sie selbst eindeutig als Bewältigungsstrategie ein. Sie reflektiert darüber, wie sie – und viele andere Frauen – versuchen, sich durch Kleidung und Kosmetik Selbstwert zu erkaufen. Oder darüber, wie sie sich an männliche Gegenüber anpassen, um ihnen zu gefallen. Waldo ist intelligent, beobachtet scharf und treffend, durchschaut vieles, schafft es aber trotzdem nicht, aus ihren eigenen Mustern auszubrechen. Ziemlich klar erkennt sie die leeren Phrasen und hohlen Versprechungen von Mr. Korgy – und verfällt ihm dennoch.
„Half his age“ tut weh beim Lesen, gerade weil es so ehrlich und unbequem ist. Ein Buch, das lange im Kopf bleibt.