Wie das Leben so spielt...
Wie das Leben so spielt... Jenette McCurdy hat mit "Half his age" einen nicht nur unterhaltsamen, radikal offenen, zuweilen pornografisch anmutenden Roman geschrieben, sondern ein Stückweit auch das Leben mit seinen Sehnsüchten und Tücken auf den Punkt gebracht. Die Sehnsucht nach Einzigartigkeit, Erfüllung und Verschmelzung, die Suche nach der totalen Befriedigung, die aber scheitern muss, wenn all das im Außen gesucht wird - in der Liebesbeziehung, im Konsum. Beziehungen scheitern, wenn der andere für etwas herhalten muss, was man bei sich selbst nicht findet. Der Roman beginnt mit der Schilderung einer Sexszene zwischen der 18-jährigen Protagonistin Waldo und einem nur wenig älteren Kerl. Waldo spielt nur ihre Rolle, kann dem Ganzen aber nichts abgewinnen. In der Folge fokusiert sie ihre Sehnsucht auf Mr. Korgy, ihren wesentlich älteren und verheirateten Lehrer für kreatives Schreiben. Eine Sehnsucht, die sich Waldo selbst nicht erklären kann. Waldo lebt mit ihrer Mutter zusammen, die wechselnde oder auch länger andauernde aber wenig verlässliche Beziehungen zu Männern pflegt; der Vater hat die Familie schon lange verlassen. Mr. Korgys Ehe ist inzwischen in Routine erstarrt, das Romanprojekt ad acta gelegt. Die beiden genießen zunächst das Abenteuer einer heimlichen Beziehung. Und wie das Leben so spielt... man ahnt schon, dass es nicht gut ausgehen wird. Dies ist beileibe keine noch nie erzählte Geschichte - junge Frau & alter Mann. Aber der Autorin gelingt es hervorragend, Waldos Gefühlswelt, ihre innere Zerissenheit, ihre Lust und Verzweiflung in einer radikalen Offenheit auf den Punkt zu bringen. Die Lektüre ist ein Muss für junge Frauen... und für ältere Männer!