Wild und ehrlich

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luisachristine Avatar

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Waldo ist 17, geht zur Schule und hat nicht nur mit sich selbst, sondern mit den Unbequemlichkeiten des Lebens zu kämpfen: Ihre junge Mutter ist geistig und meist auch körperlich abwesend, das Geld ist knapp, und das Leben in der weißen Unterschicht irgendwie unfair. Nur gefüllte Warenkörbe und körperliche Nähe können Waldos inneres für kurze Zeit beruhigen. Als sie zu beginn des Schuljahres ihren neuen Lehrer Mr. Korgy kennenlernt, entfesselt er eine Seite in ihr, die wild, leidenschaftlich und besessen ist. Mr. Korgy schätzt ihr Schreibtalent und gibt Waldo das Gefühl, gesehen zu werden. Es gibt nur ein Problem: Seine Frau und sein Kind.

Der Schreibstil ist unglaublich flüssig, leicht und trägt den Leser schonungslos ehrlich durch diese wilde Geschichte. Er lässt einen total in die Gedanken von Waldo abdriften, man kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Autorin nutzt Wörter, die man aus Romanen nicht gewohnt ist und genau das macht es so echt, weil es die Protagonistin treffend beschreibt. Zeitweise auch zum schmunzeln oder stutzen, wenn Dinge genau so direkt ausgesprochen werden, wie sie nun mal sind.
Auch die Storyline kommt nicht zu kurz, man kann die Entwicklungen der Protagonisten verfolgen, während sie sich selbst treu bleiben.

Ein fesselnder Roman über Klassenunterschiede, unbequeme Wahrheiten, Obsession und das Streben nach einem besseren Leben. Die Monologe bringen eine Nähe zu Waldo, dass ich das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen. Ihre schonungslos ehrlichen Gedanken machen diese Geschichte einzigartig und fesselnd.

Eine klare Empfehlung!