Eine Reise auf der man verloren gehen kann

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Das Buch ist ein Hingucker: der schwarztürkise Schutzumschlag mit dem Titel in Gold und gelackten Elementen ist schon sehr gelungen. Zudem spricht mich der sperrige Titel an.
Ich bin mir sicher, daß nach dem Buch im Handel oft gegriffen wird.
Es handelt sich um einen Debütroman, welcher bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurde.
Der Buchdeckel nimmt das Türkis wieder auf und zeigt das Logo der Transsibirien-Kompanie. Auch das Lesebändchen ist dunkel türkis.
Die Vorsatzblätter sind mit der Wagenteihung des Zuges bedruckt. Da habe ich öfters mal den Verlauf der Geschichte verfolgt.
In einer Art Kammerspiel werden zu Beginn verschiedene Personen vorgestellt, von denen uns einige durch den gesamten Roman begleiten. Maria reist unter falschem Namen und muss die Familienehre wieder herstellen. Weiwei ist im Zug geboren und aufgewachsen; sie wird Freundschaft kennenlernen und einen Verlust ertragen. Dr. Grey will schwerkrank seinen Namen rehabilitieren und ordnet alles diesem Ziel unter. Daneben lernt der Kartograf des Zuges die Liebe kennen, erkennt ein Professor erneut seine Berufung und lenkt der Captain (eine Frau, die sich mit List diese Position erarbeitet hatte) die Geschicke des Zuges, der Mannschaft und der Reisenden.
Doch wer ist die blinde Passagierin? Und warum drohen Gefahren aus dem Ödland, die Reisende bis zum Wahnsinn treiben können?
Der Zug startet in Peking und diese Reise durch das Ödland nach Moskau wird das Leben aller Passagiere und Crewmitglieder für immer verändern. Ohne zu viel verraten zu wollen möchte ich nur so viel schreiben: das Ödland ist ganz anders, als sein Name vermuten lässt und seine Natur ist mächtig und in der Lage, dem zivilisatorischen Fortschritt etwas entgegen zu setzen.
Das Buch ist ein Genremix, das muss man mögen.
Bei der Beschreibung der Natur findet die Autorin schönste Worte, ich hatte sofort Bilder vor Augen. Das ist aus meiner Sicht die größte Stärke des Buches.
Als Schwäche empfinde ich zum einen, dass die Geschichte am Ende zu schnell und kurz erzählt wird; insbesondere im siebten Teil habe ich mich mehrfach gefragt, warum die Menschen so handeln, wie sie es tun. Mir gefiel auch nicht, dass eine der Hauptpersonen nicht mehr zu Wort kommt und sie von Dritten beschrieben wird; sind das tatsächlich ihre Gefühle?
Wer Bücher mit wirklich beeindruckend beschriebenen Naturerscheinungen mag und nichts gegen fiktionale oder Fantasy Elemente hat, wird dieses Buch gerne lesen. Wer Handlungen verstehen will und realistische Szenarien schätzt, könnte hier des öfteren die Stirn kräuseln. Mir wird die Beschreibung der Natur in Erinnerung bleiben.