Den Kern der Zeit getroffen

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carly_laine Avatar

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HappyHead - eine Einrichtung für Jugendliche, in der sie zu ihrem glücklichen, selbstbewussten Ich finden sollen. Das Buch dreht sich um den Hauptcharakter Sebastian, welcher gemeinsam mit 100 anderen Jugendlichen in der Einrichtung HappyHead befindet. Eine von der Regierung geförderte therapeutische Einrichtung, in der die Jugendlichen lernen sollen wieder glücklich zu sein. Ohne Ablenkung von außen und mit Challenges, sollen die Jugendlichen dies lernen. Sebastian freundet sich mit dem Außenseiter und Rebellen Finneas an und schon bald merken beide, dass etwas an der Einrichtung nicht stimmt. Gemeinsam versuchen sie die Hintergründe zu erforschen.

Schon der Einstieg hat mir bei der Leseprobe sehr gefallen und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Das Buch bleibt spannend, immer neue Verwicklungen und aufregende, teils nervenaufreibende Challenges warten auf die Teilnehmer. Zu Anfang noch harmlos erscheinend, werden sie nach und nach fordernder. Die Dynamik zwischen Seb und Fin verändert sich, die beiden kommen sich näher und ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich hier schreibe, dass ich mich sehr darüber gefreut habe, dass das Buch mal keine klassische Beziehung zwischen Mann und Frau aufgreift - bzw. nicht nur.

Der Schreibstil hat mich überzeugt. Die Geschichte ist kein einziges Mal langatmig. Man hat nie das Gefühl, dass Szenen überflüssig sind. Ich bin einfach komplett überzeugt davon. Das Ende kam sehr abrupt und hinterlässt mich persönlich mit einem kleinen unzufriedenen Gefühl, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Der Cliffhanger am Ende ist wirklich groß und verspricht noch viel Spannung im nächsten Teil. So ende ich das Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge, weil ich auf der einen Seite so viel Spaß hatte mit Seb und Fin mitzufiebern und ihrer Liebesgeschichte zu folgen, es aber auf der anderen Seite nicht erwarten kann, wie es weitergeht.

Ich empfehle jedem das Buch zu kaufen, da ich finde, dass es mal in eine ganz andere Richtung geht, wie man - oder zumindest ich - es noch nicht gelesen hat. Das Ende lässt mich ehrlich gesagt ein wenig unzufrieden zurück. Ich bin kein großer Fan von offenen Enden, da ich jetzt nicht weiß, wie es weitergeht und wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile warten muss, wie es weitergeht. Trotzdem ist es für einen Zweiteiler natürlich ein sehr cleveres Ende, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Wer, wie ich ich, so seine Probleme mit offenen Enden hat, sollte eventuell abwarten, bis der zweite Teil draußen ist oder sich zumindest darauf einzustellen, dass das Ende vielleicht nicht das ist, was man sich insgeheim erhofft.