HappyHead – Das Rezept zum Glück? Verantwortung, Wachstum, Dankbarkeit und GEHORSAM

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anni00 Avatar

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Also das war wirklich ein unglaubliches Lesevergnügen. Aber von vorne: Das Cover finde ich sehr gut und vor allem jetzt im Endeffekt sehr passend und gut gemacht. Auch den Farbschnitt mag ich echt gerne. Der Schreibstil ist super angenehm und flüssig. Ich habe mich direkt wohlgefühlt und bin sehr gut in die Geschichte reingekommen.

Alles ist aus der Sicht von Seb geschrieben, einem 17-jährigen Teenie, der sehr zurückgezogen und unsicher ist. Ich finde es super gut, wie modern das Buch thematisch ist. Seb ist homosexuell und die Schwierigkeiten und LGBTQ-Feindlichkeit waren greifbar und nachempfindbar. Ich habe mich Seb sehr verbunden gefühlt und mitgefühlt. Er ist super authentisch und ich habe ihn sehr liebgewonnen. Seine inneren Dialoge waren witzig – ich musste mehrmals laut lachen, wenn er seine eigenen Kommentare in Gedanken kommentiert und Selbstgespräche führt.

Auch die zunehmend düstere Atmosphäre und Gefahr waren sehr greifbar. In Happy Head ist es nicht so, wie es am Anfang scheint, und Seb hinterfragt es zunehmend. Sehr gut haben mir auch Ash, Eleanor und Finn gefallen. Die Beziehung baut sich gut zwischen den Charakteren auf und man wird vom Geschehen mitgerissen. Auch die kleine Liebesgeschichte hat mich überzeugt.

Die behandelte Thematik ist wichtig: zunehmende psychische Erkrankungen schon ab dem Teeniealter und die kritische Hinterfragung der Werte der Gesellschaft. Was ist Glück und wer definiert es? Die Idealisierung des perfekten Menschen und der Druck, es allen recht zu machen, der Norm anzugehören und einfach nur zu gefallen. Missbrauch und kritische Hinterfragung von Macht, Autorität und therapeutischer Behandlung, sowie toxische Positivität und Glück.

Mir hat die Idee und die Umsetzung einfach super gefallen. Ein wirklich spannendes, witziges und kritisches Buch. Ich bin super gespannt auf Teil zwei!