Nichts für schwache Nerven
Vielen Dank an Vorablesen und dem Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar 💜
Das Original wurde von Josh Silver verfasst. Übersetzt wurde das Buch von Jessika Komina und Sandra Knuffinke.
Was bedeuten 4,5 Sterne in diesem Fall für mich? Ein gutes Buch, welches meine Erwartungen übertroffen hat. Dennoch habe ich ein wenig Kritik.
Happy Head ist ein Buch, dass sich nicht immer einfach lesen lässt. Nicht weil es auf irgendeine Weise umständlich geschrieben ist, sondern weil die behandelten Themen einen wirklich mitnehmen. Schaut euch deswegen dringend die Inhaltswarnungen an.
Das Buch ließ sich immer gut und flüssig lesen, aber ich hatte das Gefühl, dass es sich zwischen dem ersten Viertel und der ersten Hälfte etwas gezogen hat. Danach hat das Buch aber wieder Fahrt aufgenommen. Alles in einem empfand ich die Handlung als spannend und auch ein roter Faden war erkennbar. Trotzdem fehlte mir noch dieser letzte Kick, der mich komplett vom Hocker haut.
Die Charaktere haben mir insgesamt sehr gut gefallen. Seb war als Figur eher nervös, unbeholfen und eigentlich will er es allen recht machen, was ich bei männlichen Figuren tatsächlich eher selten sehe. Deswegen empfand ich dies auch als erfrischende Abwechslung (oder ich lese die falschen Bücher). Finn ist eine weitere wichtige Figur in diesem Buch, welche, aus gutem Grund, Misstrauen gegen das Projekt hegt. Die Dynamik zwischen den beiden hat mir sehr gut gefallen und auch die Romanze wurde so eingearbeitet, dass sie den Rest der Handlung gut ergänzt. Auch die Antagonisten empfand ich als sehr gelungen und mehrdimensional. Ich habe sie gehasst, ihnen ihr schreckliches Benehmen abgenommen und genau das mochte ich so an ihnen. Dennoch gab es einige Figuren von denen ich mir etwas mehr gewünscht hätte, die ich aber aufgrund von Spoilern nicht weiter benennen werde.
Das tragische an dem Happy Head Programm ist meiner Meinung nach aber, dass ich genau sehe, wo das Gute in der Idee einst war. Wäre am Kern festgehalten worden, dann wäre das Programm vielleicht wirklich revolutionär gewesen. Doch das Buch zeigt auf, was geschieht wenn die Macht missbraucht wird. Was passiert, wenn die schlimmsten Seiten der menschlichen Natur die Kontrolle gewinnen und wie die Menschen ihre Position dann ausnutzen. Es zeigt auch wie einfach Menschen manipulierbar sind. Nicht nur einmal war ich den Tränen nach. Nicht nur einmal wurde mir bei einigen Beschreibungen schlecht. Nicht nur einmal hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht.
Alles in einem hat mir das Buch sehr gut gefallen und wer einen düsteren, queeren Jugendthriller lesen möchte, wird mit diesem Buch sicherlich glücklich werden.
Das Original wurde von Josh Silver verfasst. Übersetzt wurde das Buch von Jessika Komina und Sandra Knuffinke.
Was bedeuten 4,5 Sterne in diesem Fall für mich? Ein gutes Buch, welches meine Erwartungen übertroffen hat. Dennoch habe ich ein wenig Kritik.
Happy Head ist ein Buch, dass sich nicht immer einfach lesen lässt. Nicht weil es auf irgendeine Weise umständlich geschrieben ist, sondern weil die behandelten Themen einen wirklich mitnehmen. Schaut euch deswegen dringend die Inhaltswarnungen an.
Das Buch ließ sich immer gut und flüssig lesen, aber ich hatte das Gefühl, dass es sich zwischen dem ersten Viertel und der ersten Hälfte etwas gezogen hat. Danach hat das Buch aber wieder Fahrt aufgenommen. Alles in einem empfand ich die Handlung als spannend und auch ein roter Faden war erkennbar. Trotzdem fehlte mir noch dieser letzte Kick, der mich komplett vom Hocker haut.
Die Charaktere haben mir insgesamt sehr gut gefallen. Seb war als Figur eher nervös, unbeholfen und eigentlich will er es allen recht machen, was ich bei männlichen Figuren tatsächlich eher selten sehe. Deswegen empfand ich dies auch als erfrischende Abwechslung (oder ich lese die falschen Bücher). Finn ist eine weitere wichtige Figur in diesem Buch, welche, aus gutem Grund, Misstrauen gegen das Projekt hegt. Die Dynamik zwischen den beiden hat mir sehr gut gefallen und auch die Romanze wurde so eingearbeitet, dass sie den Rest der Handlung gut ergänzt. Auch die Antagonisten empfand ich als sehr gelungen und mehrdimensional. Ich habe sie gehasst, ihnen ihr schreckliches Benehmen abgenommen und genau das mochte ich so an ihnen. Dennoch gab es einige Figuren von denen ich mir etwas mehr gewünscht hätte, die ich aber aufgrund von Spoilern nicht weiter benennen werde.
Das tragische an dem Happy Head Programm ist meiner Meinung nach aber, dass ich genau sehe, wo das Gute in der Idee einst war. Wäre am Kern festgehalten worden, dann wäre das Programm vielleicht wirklich revolutionär gewesen. Doch das Buch zeigt auf, was geschieht wenn die Macht missbraucht wird. Was passiert, wenn die schlimmsten Seiten der menschlichen Natur die Kontrolle gewinnen und wie die Menschen ihre Position dann ausnutzen. Es zeigt auch wie einfach Menschen manipulierbar sind. Nicht nur einmal war ich den Tränen nach. Nicht nur einmal wurde mir bei einigen Beschreibungen schlecht. Nicht nur einmal hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht.
Alles in einem hat mir das Buch sehr gut gefallen und wer einen düsteren, queeren Jugendthriller lesen möchte, wird mit diesem Buch sicherlich glücklich werden.