Ein einziges Wort kann mutig sein: Nein!
„Hazel sagt nein“ handelt von der 18-jährigen Hazel Blum. Familie Blum ist neu in der Kleinstadt Riverburg in Maine, weil Vater Gus dort als Professor an der Uni arbeitet. Gleich am ersten Schultag wird Hazel vom Direktor sexuell bedrängt und sagt Nein. Genau dieses Nein ist der Auslöser für alles, was danach folgt: ein moralisches Beben, das nicht nur Hazel, sondern auch ihre Familie und die ganze Kleinstadt trifft.
Jessica Berger Gross erzählt ihr Debüt aus Hazels Perspektive, der ihrer Eltern und aus der Sicht von Bruder Wolf. Die Lektüre erzeugte Wut bei mir. Ich war wütend über die Belästigung, aber auch über die Reaktion der beiden männlichen Familienmitglieder, Gus und Wolf. Hazel reagiert mit ihrem Nein großartig, braucht aber Zeit, um das Ereignis zu verarbeiten. Vater Gus und Bruder Wolf nehmen ihr diese Bedenkzeit, indem sie die Belästigung ohne Hazels Einverständnis melden. Übergriffig!
Die sexuelle Belästigung des Direktors macht auch deutlich, dass solche Übergriffe nicht nur Einzelfälle sind. Besonders beklemmend ist der Gedanke, dass der Direktor Hazel nicht „aus Versehen“ belästigt hat, sondern seine Machtstellung ausnutzt. Er sagt selbst, er mache so etwas regelmäßig. Diese Ungeheuerlichkeit verleiht dem Roman eine weitere Eskalationsebene, denn Hazels Nein ist nicht bloß ein Selbstschutz, sondern ein Störsignal in einem System, das lieber schweigt und wegsieht.
Fazit:
„Hazel sagt nein“ ist damit nicht nur ein Buch über einen Übergriff, sondern über den Preis von Wahrheit. Und darüber, wie mutig ein einziges Wort sein kann, wenn alle anderen erwarten, dass man schluckt. Respekt!
Einziger Wermutstropfen war für mich der plötzliche Schwenk der Geschichte im letzten Drittel des Romans. Hazel tritt aus der Opferrolle heraus, in dem sie ihr Schweigen bricht und einen vielbeachteten Artikel über den Vorfall schreibt. Plötzlich reißt sich die Öffentlichkeit um Rachel. Das führt sie und ihre Familie sogar bis nach Hollywood. Dieser Sprung wirkt etwas konstruiert, doch zum Ende findet die Geschichte zurück zur Realität.
Jessica Berger Gross erzählt ihr Debüt aus Hazels Perspektive, der ihrer Eltern und aus der Sicht von Bruder Wolf. Die Lektüre erzeugte Wut bei mir. Ich war wütend über die Belästigung, aber auch über die Reaktion der beiden männlichen Familienmitglieder, Gus und Wolf. Hazel reagiert mit ihrem Nein großartig, braucht aber Zeit, um das Ereignis zu verarbeiten. Vater Gus und Bruder Wolf nehmen ihr diese Bedenkzeit, indem sie die Belästigung ohne Hazels Einverständnis melden. Übergriffig!
Die sexuelle Belästigung des Direktors macht auch deutlich, dass solche Übergriffe nicht nur Einzelfälle sind. Besonders beklemmend ist der Gedanke, dass der Direktor Hazel nicht „aus Versehen“ belästigt hat, sondern seine Machtstellung ausnutzt. Er sagt selbst, er mache so etwas regelmäßig. Diese Ungeheuerlichkeit verleiht dem Roman eine weitere Eskalationsebene, denn Hazels Nein ist nicht bloß ein Selbstschutz, sondern ein Störsignal in einem System, das lieber schweigt und wegsieht.
Fazit:
„Hazel sagt nein“ ist damit nicht nur ein Buch über einen Übergriff, sondern über den Preis von Wahrheit. Und darüber, wie mutig ein einziges Wort sein kann, wenn alle anderen erwarten, dass man schluckt. Respekt!
Einziger Wermutstropfen war für mich der plötzliche Schwenk der Geschichte im letzten Drittel des Romans. Hazel tritt aus der Opferrolle heraus, in dem sie ihr Schweigen bricht und einen vielbeachteten Artikel über den Vorfall schreibt. Plötzlich reißt sich die Öffentlichkeit um Rachel. Das führt sie und ihre Familie sogar bis nach Hollywood. Dieser Sprung wirkt etwas konstruiert, doch zum Ende findet die Geschichte zurück zur Realität.