Ein gelungenes Debüt

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cupcakegiirl Avatar

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In „Hazel sagt Nein“ geht es um die Familie Blum, die aus finanziellen Gründen in eine neue Stadt zieht. Das Familienleben wird jedoch auf den Kopf gestellt, als Hazel die unerwünschte Annäherung ihres Schuldirektors abblockt und eine Kette von Ereignissen in Gang setzt …

„Hazel sagt Nein“ gehört zu der Art von Büchern, die ich eher selten lese, weshalb ich nicht wirklich wusste, was mich erwartet. Entsprechend war ich positiv überrascht, dass mich die Handlung von Beginn an in ihren Bann gezogen hat. Dies liegt meiner Meinung nach vorrangig am nüchternen und präzisen Erzählstil von Jessica Berger Gross, der den Leser zum stillen Beobachter macht. Vor allem Hazels Reaktion auf das Angebot und ihre Gedankengänge werden sehr eindrücklich geschildert.

Eine weitere Stärke des Romans liegt in seiner Alltäglichkeit. Neben der Perspektive von Hazel, gibt es auch Kapitel, die ihrem Bruder Wolf sowie den Eltern Gus und Claire folgen. Alle vier haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Hier zeigt sich, dass sich Belästigung nicht nur auf das Opfer, sondern auf das gesamte Umfeld auswirkt und das ganze weitere Leben beeinflusst.

Während die erste Hälfte des Romans durch seine Authentizität und den Fokus auf die negativen Auswirkungen überzeugt, schwenkt die Handlung im zweiten Teil ins andere Extrem um. Plötzlich geschehen viele positive Dinge, unter denen die Glaubwürdigkeit und Übertragbarkeit auf das reale Leben meinem Empfinden nach leider etwas gelitten haben. Das Ende hat mir dafür wieder gut gefallen, auch wenn es noch etwas weniger rund hätte sein dürfen.

Alles in allem ein gelungenes Debüt, das ein wichtiges Thema – trotz kleinerer Schwächen in der zweiten Hälfte – eindrucksvoll umsetzt.