Ein MeToo-Schmöker
Ein MeeToo-Schmöker. Der Vorteil von Happy-Ending Schmökern ist mit Sicherheit, dass sie eine breite Zielgruppe erreichen... und das wird der Autorin Jessica Berger Gross mit ihrem Erstling "Hazel sagt Nein" sicher gelingen. Klar - was nehmen sich Männer in Machtpositionen immer noch heraus? Welche Strategien betreiben die Grenzverletzer & Missbraucher - Leugnung und Täter-Opfer-Umkehr! Und wie finden die Täter immer noch ihre Befürworter - "Er war immer ein ordentlicher Mann und hat viel Gutes bewirkt" - vergessen wird dabei nur, dass Missbrauch von Machtpositionen zwecks sexueller Übergriffigkeit nicht und durch rein garnichts entschuldbar ist! Hazel ist mit ihrer Familie für ihr letztes Schuljahr von NY nach Maine gezogen. Die Familie ist noch gar nicht richtig angekommen, schon ereignet sich das Drama - Direktor White offembart ihr, dass er sie, Hazel, für dieses Jahr ausgewählt habe, mit ihm Sex haben zu dürfen und unterstreicht seine Forderung mit drohenden Konsequenzen bzw. verspricht ihr Empfehlungen fürs Studium... Auch wenn es der Autorin recht gut gelingt zu beschreiben, was die Auswirkungen auf Hazel und die Familie sind, wie es die Stadt spaltet und wie sich schließlich die zwar wohlwollende aber fast schon übergriffige Presse auf Hazels Story stürzt, Hazel sich vor Interviewanfragen und Buchangeboten kaum retten kann, bleibt die ganze Geschichte doch irgendwie an der Oberfläche. Aber mehr muss gute Unterhaltung ja eigentlich auch nicht leisten, als kleine Denkanstöße zu geben und Hochdramatisches wohlwollend positiv aufzulösen...