Ein überraschend locker geschriebener Roman, über ein sehr ernstes und wichtiges Thema
„Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross ist ein wichtiger Beitrag zu Me-Too und feministischen Stimmen im allgemeinen.
Dabei schafft es Berger Gross sehr gekonnt dieses doch eher schwere und traumatische Thema durch ihre vier Protagonist:innen wichtig und ernst genug, aber mit überraschend viel Humor an ihre Leser:innen heranzubringen.
Ihr Schreibstil ist locker und pointiert, liest sich somit sehr unterhaltsam.
Ihre vier Protagonist:innen sind allesamt interessante Figuren denen man gerne eine Weile durch ihr Leben folgt.
Gleichzeitig wirft Berger Gross hier stellenweise so komplexe und wichtige Themen auf, dass ich mir an der ein oder anderen Stelle gewünscht hätte wir könnten mal etwas länger auf dem neu aufgekommenen Problem herumkauen.
Da geht es nicht nur um das Machtgefälle zwischen Hazel und ihrem Direktor, sondern plötzlich auch um Hassbotschaften, Antisemitismus und vor allem um große moralische Fragen denen sich die Familie und besonders Hazel gegenüber sieht.
Wäre die Autorin allerdings hier wirklich auf alles eingegangen, wäre es zum einen kein so, trotz der Synopsis, unterhaltsamer Roman und zum anderen sicherlich ein mindestens doppelt so dickes Manuskript. Aber diesen Anspruch hat die Geschichte auch gar nicht an sich. Es muss nicht alles aufgebröselt und gelöst werden, manches darf einfach existieren und ein weilchen vom Leser oder der Lesrin mitgenommen werden. Und das ist, meistens, auch gut so.
Bei manch anderem habe ich mich hingegen schon gefragt, warum genau das denn jetzt auch noch auf den Tisch musste, nur um dann nicht wieder relevant zu sein. Aber nun gut, es war nur eine Kleinigkeit.
Dadurch, dass wir immer mal wieder abwechselnd jedem einzelnen der Familie über die Schulter schauen haben wir zum einen als Leser einen ganz guten allgemeinen Überblick aus einem Mosaik an Gedanken. Zum anderen kommen wir aber nicht ganz so nah an die Figuren heran. Ich hatte beim Lesen permanent das Gefühl das Geschehene aus einer sicheren Distanz, durch eine Scheibe zu beobachten. Wobei ich das bei diesem Buch nicht als allzu negativ empfunden habe und doch fehlte am Ende irgendwas um aus dieser soliden und unterhaltsamen Erzählung ein mitreißendes und unvergessliches 5 Sterne Buch zu machen.
Alles in allem ein gutes und wichtiges Buch, aber sicherlich nicht das beste in diesem Bereich.
Von mir gibt es 3,5 Sterne
Dabei schafft es Berger Gross sehr gekonnt dieses doch eher schwere und traumatische Thema durch ihre vier Protagonist:innen wichtig und ernst genug, aber mit überraschend viel Humor an ihre Leser:innen heranzubringen.
Ihr Schreibstil ist locker und pointiert, liest sich somit sehr unterhaltsam.
Ihre vier Protagonist:innen sind allesamt interessante Figuren denen man gerne eine Weile durch ihr Leben folgt.
Gleichzeitig wirft Berger Gross hier stellenweise so komplexe und wichtige Themen auf, dass ich mir an der ein oder anderen Stelle gewünscht hätte wir könnten mal etwas länger auf dem neu aufgekommenen Problem herumkauen.
Da geht es nicht nur um das Machtgefälle zwischen Hazel und ihrem Direktor, sondern plötzlich auch um Hassbotschaften, Antisemitismus und vor allem um große moralische Fragen denen sich die Familie und besonders Hazel gegenüber sieht.
Wäre die Autorin allerdings hier wirklich auf alles eingegangen, wäre es zum einen kein so, trotz der Synopsis, unterhaltsamer Roman und zum anderen sicherlich ein mindestens doppelt so dickes Manuskript. Aber diesen Anspruch hat die Geschichte auch gar nicht an sich. Es muss nicht alles aufgebröselt und gelöst werden, manches darf einfach existieren und ein weilchen vom Leser oder der Lesrin mitgenommen werden. Und das ist, meistens, auch gut so.
Bei manch anderem habe ich mich hingegen schon gefragt, warum genau das denn jetzt auch noch auf den Tisch musste, nur um dann nicht wieder relevant zu sein. Aber nun gut, es war nur eine Kleinigkeit.
Dadurch, dass wir immer mal wieder abwechselnd jedem einzelnen der Familie über die Schulter schauen haben wir zum einen als Leser einen ganz guten allgemeinen Überblick aus einem Mosaik an Gedanken. Zum anderen kommen wir aber nicht ganz so nah an die Figuren heran. Ich hatte beim Lesen permanent das Gefühl das Geschehene aus einer sicheren Distanz, durch eine Scheibe zu beobachten. Wobei ich das bei diesem Buch nicht als allzu negativ empfunden habe und doch fehlte am Ende irgendwas um aus dieser soliden und unterhaltsamen Erzählung ein mitreißendes und unvergessliches 5 Sterne Buch zu machen.
Alles in allem ein gutes und wichtiges Buch, aber sicherlich nicht das beste in diesem Bereich.
Von mir gibt es 3,5 Sterne